Aktualisiert 19.10.2006 22:50

Wirteverband will die Hälfte aller Beizenplätze rauchfrei

Der Wirteverband muss mehr Angebote für Nichtraucher schaffen. Der Lungenliga geht der Entscheid des Grossrats aber zu wenig weit – sie plant nun eine Volksinitiative.

Einen Neuanfang als Nichtraucher-Lokal macht das Bücheli in der Steinen. «Der Zeitpunkt ist reif», sagt Inhaber Livio Giambonini. Ab dem 11. November ist sein Lokal rauchfrei. Giambonini, selbst Nichtraucher, glaubt, dass sich auch viele Raucher gerne in guter Luft aufhalten. Zum Rauchen kurz rausgehen sei kein Problem, sagt er.

Den Wirteverband freuts. Das zeige, dass der Markt spielt, sagt der Pressesprecher des Basler Wirteverbandes Maurus Ebneter. «Das Gewerbe reagiert auf den gesellschaftlichen Wandel.»

Um ein generelles Rauchverbot zu verhindern, muss der Wirteverband bis 2008 das Nichtraucherangebot von heute knapp 40 auf 50 Prozent aller Innenplätze anheben. «Die Wirte wissen, dass das Rauchverbot wie ein Damoklesschwert über ihnen schwebt», so Ebneter.

Enttäuscht vom Grossratsentscheid ist die Lungenliga. «Ich glaube nicht, dass der Wirteverband seine Ziele umsetzen kann», sagt Geschäftsführer Urs Brütsch. Weil der Grossrat am Mittwoch ein generelles Rauchverbot verworfen hat, plant die Lungenliga nun im November eine Initiative in beiden Halbkantonen, die wie im Tessin ein Rauchverbot in Restaurants verlangt.

Lukas Hausendorf

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