Aktualisiert 26.02.2010 16:37

US-KonjunkturWirtschaft wächst - Vertrauen sinkt

Mit dem stärksten Wachstum seit mehr als sechs Jahren hat sich die US-Wirtschaft aus der schwerste Rezession der Nachkriegszeit befreit. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im vierten Quartal mit 5,9 Prozent so kräftig wie seit Sommer 2003 nicht mehr.

Das Handelsministerium korrigierte damit am Freitag seine erste Schätzung von 5,7 Prozent leicht nach oben. Die weltgrösste Volkswirtschaft berappelt sich damit nach Ansicht von Experten deutlich schneller als ursprünglich befürchtet vom Schock der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise.

Noch im dritten Quartal lag das Wachstum lediglich bei 2,2 Prozent. Dennoch schrumpfte die weltgrösste Volkswirtschaft im Krisenjahr 2009 mit 2,4 Prozent insgesamt so stark wie seit 1946 nicht mehr. Im Jahr 2008, als die schwere Krise ausbrach, hatte es noch ein leichtes Wachstum von 0,4 Prozent gegeben.

Steigende Exporte, Konsumausgaben und Investitionen sorgten zum Jahresausklang für das unerwartet starke Comeback. Im Vertrauen auf eine steigende Nachfrage bauten die Unternehmen ihre Lagervorräte nicht mehr so kräftig ab wie bisher, was erheblich zur Erholung beitrug.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt für dieses Jahr ein Wachstum der US-Wirtschaft von 2,7 Prozent voraus. Einem kräftigeren Aufschwung steht vor allem die hohe Arbeitslosigkeit im Wege. Seit Ausbruch der Rezession im Dezember 2007 verloren 8,4 Millionen Amerikaner ihren Job.

Das dämpft den privaten Konsum, der rund 70 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht. «Das Wachstum dürfte nur moderat ausfallen», sagte Analyst Cary Leahey von Decision Economics. «Es ist schwer zu glauben, dass es zu einem Boom am Häusermarkt und den Konsumausgaben kommen wird, der normalerweise einen Aufschwung trägt.»

Konsumentenvertrauen stark verschlechtert

Das Vertrauen der US-Konsumenten in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes hat sich trotz der guten Konjunkturdaten unerwartet stark verschlechtert. Der entsprechende Index von Reuters und der Universität Michigan verlor im Februar nach endgültigen Berechnungen vom Freitag 0,8 Punkte auf 73,6 Punkte.

Experten hatten im Schnitt mit 74,0 Punkten gerechnet. Der von Anlegern und Ökonomen stark beachtete Index gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das die Stimmung und das Kaufverhalten der Konsumenten im Voraus anzeigt. Die Konsumausgaben machen rund zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung aus.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.