Wirtschaft wird weiter wachsen
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Wirtschaft wird weiter wachsen

Die Konjunkturforscher rechnen mit einem weiterhin erfreulichen Wachstum der Schweizer Wirtschaft. Anlass zur Zuversicht geben die jüngsten Umfragen der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF). Darin äusserten sich einzig Banken und Versicherungen zurückhaltend.

Nach kräftigem Wachstum im dritten Quartal blieben die Unternehmungen für die nahe Zukunft zuversichtlich, teilte die KOF am Mittwoch in Zürich mit. Einzige Ausnahme sei wegen der Finanzmarktturbulenzen der Finanzsektor. Die Banken erwarten, dass sich die jüngsten Turbulenzen auf das Verhalten der ausländischen Kunden auswirken, deren Nachfrage zurückgehen dürfte. Jene der Inlandkunden soll jedoch leicht steigen. Auf mittlere Frist werde aber eine Besserung der Geschäftslage erwartet. Die Versicherungen erwarteten für das vierte Quartal 2007 keine Nachfragebelebung mehr, heisst es. Der Druck auf die Prämien dürfte anhalten. Es werde ein Rückgang der Erträge aus den Kapitalanlagen befürchtet. Für die spätere Geschäftsentwicklung werde keine wesentliche Besserung erwartet.

Zuversicht herrscht gemäss den Umfragen dagegen in den andern Wirtschaftszweigen. Die Industriebetriebe erwarteten fast unvermindert steigende Bestellungseingänge und sähen sogar eine leichte Beschleunigung des Expansionstempos vor. Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibe unvermindert hoch. Auch die Architektur- und Ingenieurbüros seien hinsichtlich des Auftragseingangs kurz- und mittelfristig zuversichtlich und wollten ebenfalls neue Mitarbeiter einstellen, heisst es. Das Baugewerbe erwarte bei den kurzfristigen Auftragseingängen eine gewisse Stagnation, zeige jedoch längerfristig leichte Zuversicht.

Die Detailhändler rechnen gemäss KOF in naher Zukunft mit steigenden Umsatzzahlen. Die Zuversicht wachse tendenziell mit der Betriebsgrösse. Die Einkaufsplanung sei expansiv, das Personal dürfte aufgestockt werden. Auch mittelfristig werde die Geschäftslage positiv eingeschätzt. Der Grosshandel erwarte ebenfalls steigende Nachfrage, aber auch längere Lieferfristen sowie steigende Einkaufs- und Verkaufspreise. Auch hier dürfte die Beschäftigtenzahl zunehmen. Die Absatzerwartungen des Gastgewerbes zeigen laut KOF in allen Tourismusgebieten ebenfalls nach oben. Hervorgehoben wurde, dass in Berg- und Seeregionen der Optimismus in der Beherbergung wesentlich ausgeprägter sei als in Gaststätten, während es in den grossen Städten gerade umgekehrt sei.

Insgesamt dürfte die Wirtschaft im dritten Quartal 2007 erneut sehr kräftig gewachsen sein, bilanzierte die KOF. Im vierten Quartal 2007 und im ersten Quartal 2008 schwäche sich das Wachstum jedoch etwas ab. Die KOF hatte im vergangenen Oktober 9.000 Fragebögen an Firmen verschickt oder online zur Verfügung gestellt. Die Rücklaufquote betrug im Schnitt 61 Prozent. (dapd)

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