Aktualisiert 25.08.2007 06:12

Wirtschaftskrise löst Bierboom aus

In dem von einer Wirtschaftskrise gebeutelten südafrikanischen Simbabwe können die Brauereien nach Angaben eines Getränkekonzerns die rasant steigende Nachfrage nach Bier nicht mehr decken.

"Wir erleben eine bislang beispiellose Nachfrage nach unserem Lager-Bier", erklärte der grösste Getränkehersteller des südafrikanischen Landes, Delta Beverages, am Freitag. Die durchschnittlich verkaufte Menge nähere sich inzwischen 300 000 Litern am Tag.

Im Juni sei der Bierkonsum um fünfzig Prozent höher gewesen als im Vorjahresmonat. Jubel bricht in der Branche ob dieser Zahlen nicht aus: Es zeichne sich ein "besorgniserregender Trend zum Alkoholmissbrauch" ab, hiess es.

Die Brauereien kommen Delta Beverages zufolge mit der Bierproduktion nicht mehr nach, weil die Herstellung immer wieder durch Stromausfälle, Mangel an qualifizierten Mitarbeitern und der Knappheit an Grundbestandteilen wie Wasser behindert werde.

In Simbabwe beträgt die Arbeitslosenquote rund 80 Prozent, die Inflationsrate beläuft sich derzeit auf mehr als 7500 Prozent. Immer wieder kommt es zu Versorgungsengpässen - auch bei Grundnahrungsmitteln wie Salz und Öl.

Vergangene Woche waren bei einem Massenansturm auf Zuckervorräte zwei Menschen ums Leben gekommen.

(sda)

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