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Wirtschaftsraum Basel: Hohes Wachstumspotenzial aber Schwächen in Steuerpolitik

Der Wirtschaftsraum Basel verfügt gemäss einer Studie der Credit Suisse über eine ausgezeichnete Branchenstruktur.

Als Schwachstelle im nationalen Standortwettbewerb sieht die Studie vor allem hohe Unternehmenssteuern in den beiden Basel.

Zentrale Stärken des Wirtschaftsraums seien die ausgezeichnete verkehrstechnische Erreichbarkeit sowie eine hohe Verfügbarkeit von hochqualifizierten Arbeitskräften, heisst es in der am Dienstag in Basel vorgestellten CS-Studie. Dies gelte sowohl im nationalen wie auch im internationalen Vergleich.

Schuldensituation

Im kantonalen Vergleich der Standortfaktoren belegt Basel-Stadt in der CS-Studie Rang 7 und Baselland Rang 9. Negativ ins Gewicht fällt in der Studie die Steuerbelastung für juristische Personen - die beiden Basel zählen zu den vier Kantonen mit den höchsten Unternehmenssteuern. In Basel-Stadt bestehe auch ein Steuernachteil für natürliche Personen.

Beide Kantone seien zudem durch ihre Schuldensituation eingeschränkt. So sei Baselland wegen seinem Ausgabenwachstum bei dem derzeitig stotternden Konjunkurmotor in einen «unweigerlichen Ausgabenüberschuss» geraten. Basel-Stadt habe zwar die laufenden Ausgaben unter Kontrolle, die Verschuldung wachse aber wegen «übermässigem Investitionsverhalten».

Wachstumspotenzial

Die CS-Ökonomen billigen der Region Basel ein «erfreuliches» Wachstumspotenzial zu. Die Wachstumschancen der Chemie und besonders des Pharmabereichs seien als überdurchschnittlich zu beurteilen, wobei die Biotechnologie als Hoffnungsträger gelte. Daneben bilde Basel auch das Dienstleistungszentrum der südlichen Oberrheinregion.

Eine Gefahr für den Wirtschaftsraum sieht die Studie in einer Verlagerung der Produktion und damit im Schlepptau der Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten ins Ausland. Die Qualität des Standorts müsse deshalb laufend den veränderten Anforderungen angepasst werden, mahnen die Studienverfasser.

Pendlerstrom

Die Agglomeration Basel umfasst aber nicht die Schweizer Teile: Sie reicht in deutsches und französisches Gebiet hinein und umfasst rund 690 000 Einwohner. Wegen des Lohngefälles mit den Nachbarländern gibt es einen einseitigen Pendlerstrom in die Schweiz.

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit verlaufe reibungslos, es gebe aber noch viele unterschiedlichen Regelungen und Standortbedingungen. Trotz zahlreicher Projekte gebe es noch immer keine gemeinsame Identität, stellt die Studie fest.

(sda)

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