Coronavirus in der Schweiz: Covid-Taskforce gibt Spitälern noch 4 Wochen bis zur Überlastung
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Coronavirus in der SchweizCovid-Taskforce gibt Spitälern noch 4 Wochen bis zur Überlastung

Wie lange hält das Schweizer Gesundheitssystem die rasante Verbreitung des Coronavirus noch aus? Vier Wochen, argumentieren Wissenschaftler gegenüber dem Bundesrat. Der will jedoch noch zuwarten.

von
Lucas Orellano

Alain Berset will härtere Massnahmen gegen das Coronavirus frühestens am kommenden Mittwoch.

BAG

Darum gehts

  • Die Coronavirus-Taskforce des Bundes errechnete, dass in vier Wochen alle Intensiv-Betten in der Schweiz belegt sind.

  • Bundesrätin Viola Amherd gehört zu den stärksten Befürworterinnen von härteren Massnahmen.

  • Der Gesamtbundesrat will abwarten, ob die neuen Regeln vom Sonntag Wirkung zeigen.

Als Alain Berset am Mittwoch an der Medienkonferenz gefragt wurde, wann die Schweizer Spitäler die Belastungsgrenze denn erreichen, wich der Gesundheitsminister aus. Obwohl er zuvor gesagt hatte, man könne das mathematisch relativ genau berechnen. Man werde in wenigen Wochen bei 900 Covid-Patienten auf den Intensivstationen sein, wo schweizweit ungefähr 1600 Plätze zur Verfügung stehen. Wenn es dann noch eine Verdoppelung der Hospitalisierungsrate gäbe – was momentan einmal pro Woche passiert – wäre das Schweizer Gesundheitssystem überlastet. Genauer wurde Berset nicht.

Wie der «Tages-Anzeiger» nun berichtet, ist die gesuchte Zahl vier. So viele Wochen soll es gemäss Wissenschaftlern noch gehen, bis der Schweiz die Betten auf der Intensivstation ausgehen. Die Mitglieder der Taskforce zum Coronavirus präsentierten der Landesregierung ihre Hochrechnung schriftlich.

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In nur vier Wochen soll das Schweizer Gesundheitssystem wegen des Coronavirus überlastet sein.

In nur vier Wochen soll das Schweizer Gesundheitssystem wegen des Coronavirus überlastet sein.

Keystone
Das teilte die Covid-Taskforces des Bundes dem Bundesrat mit.

Das teilte die Covid-Taskforces des Bundes dem Bundesrat mit.

Keystone
Bundesrat Alain Berset will mit weiteren Massnahmen zuwarten.

Bundesrat Alain Berset will mit weiteren Massnahmen zuwarten.

Keystone

Viola Amherd wegen Coronavirus besorgt

Der Bundesrat will momentan trotz den rasant ansteigenden Zahlen zuwarten. Wie Alain Berset argumentierte, zeigen sich die Ergebnisse neuer Massnahmen immer erst mit einer Verzögerung von zehn Tagen. Frühestens am kommenden Mittwoch sollen neue Regeln beschlossen werden – wenn nötig.

Ein Mitglied des Bundesrates soll damit unzufrieden sein. Verteidigerin Viola Amherd dränge auf härtere Massnahmen. Bereits im Frühling war Amherd eine der Befürworterinnen eines strengen Lockdowns. Was ihren Wunsch nach schärferen Regeln zusätzlich befeuern dürfte: Ihr Heimatkanton Wallis ist mit einer Inzidenz von 900 momentan der am härtesten vom Coronavirus getroffene Kanton der Schweiz.

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