Aktualisiert 23.06.2015 06:34

Skandal-Tweet«Wisst ihr, was ein Obama-Kaffee ist?»

Eine israelische Radiomoderatorin löst mit einem rassistischen Witz einen Shitstorm aus. Schlecht für sie – und auch für ihren Mann.

1 / 3
Die israelische Moderatorin Judy Mozes, hier mit ihrem Gatten, Silvan Shalom, trat mit einem rassistischen Witz über US-Präsident Obama tief ins Fettnäpfchen.

Die israelische Moderatorin Judy Mozes, hier mit ihrem Gatten, Silvan Shalom, trat mit einem rassistischen Witz über US-Präsident Obama tief ins Fettnäpfchen.

AFP/Jack Guez
Mit diesem Tweet löste die Israelin eine Welle der Empörung aus.

Mit diesem Tweet löste die Israelin eine Welle der Empörung aus.

Screenshot Twitter
Von US-Präsident Obama kam bisher noch keine Reaktion. Man darf aber annehmen, dass er über den Kommentar der Politiker-Gattin wenig amüsiert ist.

Von US-Präsident Obama kam bisher noch keine Reaktion. Man darf aber annehmen, dass er über den Kommentar der Politiker-Gattin wenig amüsiert ist.

AP/Manuel Balce Ceneta

Über die Öffentlichkeit von Social Media ist schon manch einer gestolpert. Judy Mozes, bekannte Radiomoderatorin und Ehefrau des israelischen Innenministers, Silvan Sharon, ist nun mit einem Tweet besonders tief ins Fettnäpfchen getreten.

«Wisst ihr, was ein Obama-Kaffee ist?», fragte Mozes ihre 75 000 Follower – und gab die Antwort gleich selbst: «Schwarz und schwach.» Mozes löschte den Tweet zwar innert kürzester Zeit. Den Shitstorm konnte sie aber nicht mehr verhindern. Unzählige Screenshots der fraglichen Äußerung kursieren im Netz. Eine Entschuldigung, die Mozes dem Tweet nachfolgen ließ, sorgte nur für noch mehr Empörung.

Nicht der erste Ausrutscher von Mozes

Im Hause Mozes-Shalom könnte der Tweet noch für einige Diskussionen sorgen: Mozes' Mann, Silvan Shalom, ist nicht nur Innenminister von Israel. Als Vize-Premierminister gehören auch die strategischen Beziehungen mit den USA zu seinen Zuständigkeitsbereich.

Für die Moderatorin ist der Obama-Tweet nicht der erste Social-Media-Ausrutscher. Bereits 2012 musste sie laut der «Jerusalem Post» als Unicef-Botschafterin in Israel zurücktreten, nachdem sie Premierminister Benjamin Netanjahu auf Facebook aufgefordert hatte, in Gaza härter durchzugreifen. Das UNO-Kinderhilfswerk distanzierte sich öffentlich von den Ansichten seiner Botschafterin. «Mozes' Aussagen widerspiegeln nicht die Meinung von Unicef», schrieb die Organisation damals.

Tweets zum Skandal

«Ich entschuldige mich. Das war ein dummer Witz, den mir jemand erzählt hat», schrieb Mozes, kurz nachdem sie ihren Tweet gelöscht hatte.

«Wer hat dir den Witz erzählt? Dylan Roof?», fragt Journalist Eliot Higgins in Anspielung auf den mutmaßlichen Mörder von neun Menschen in einer Kirche in Charleston, USA.

Acht Stunden nach dem Kaffee-Tweet begriff Mozes wohl den vollen Umfang ihrer Aussage. «Sorry, wenn ich jemanden beleidigt habe. Ich hoffe, ich bleibe verheiratet, wenn mein Mann zurück ist und hört, was ich getan habe», schreibt sie.

Für hitzige Reaktionen sorgt Mozes' Tweet vor allem in den USA. «Wenn internationale Anführer auf Twitter rassistische Anti-Obama-Witze machen, stellt euch vor, was sie hinter verschlossenen Türen tun, schreibt US-Moderator Tariq Nasheed.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.