England: Witwe sieht in Werbe-Video ihren toten Ehemann

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Aufruhr in EnglandWitwe sieht in Werbe-Video ihren toten Ehemann

Vor neun Jahren ist Lucy Watsons Ehemann verstorben. Dann plötzlich sieht sie ihn in einem Video eines indischen Restaurants – auf Facebook wird eifrig spekuliert.  

von
Yasmin Rosner

Darum gehts

  • Erinnerungen an die britische TV-Serie «Der Dieb, seine Frau und das Kanu» werden wach.

  • In England glaubt eine Frau, in einem aktuellen Video ihren verstorbenen Mann wiederzuerkennen.

  • Während sie noch Fragen hat, glauben Facebook-User und -Userinnen die Antworten zu wissen.

«Da besteht kein Zweifel, es ist mein Ehemann», ist sich Lucy Watson sicher. Das Problem: Eigentlich ist ihr Ehemann Harry Doherty vor neun Jahren an den Folgen exzessiven Trinkens gestorben, wie «Daily Mail» berichtet.

Was war geschehen? Das indische Restaurant «Spice Cottage» stellte vergangene Woche ein Werbevideo auf Facebook. Auch die 59-Jährige sah das Video und traute ihren Augen nicht, als sie an einer Stelle ihren verstorbenen Ehemann wiedererkannte. «Gleich beim ersten Mal, als ich das Video sah, dachte ich: Oh mein Gott, das ist Harry. Es war sonnenklar.» Sie habe das Video immer und immer wieder abgespielt und sei jedes Mal zum gleichen Schluss gekommen.  

Bei dem rot eingekreisten Mann soll es sich um den verstorbenen Ehemann von Lucy Watson handeln. 

Bei dem rot eingekreisten Mann soll es sich um den verstorbenen Ehemann von Lucy Watson handeln. 

Screenshot

Ihr erster Gedanke sei gewesen, dass das Video aus Archivmaterial zusammengeschnitten worden sei. Deshalb habe sie auf der Facebook-Seite des Restaurants nachfragt. «Wie alt sind die Bilder? Mein Mann und sein Sohn sind zu sehen. Er starb 2014??» Einen Tag später folgte die aus Watsons Sicht nicht zufriedenstellende Antwort: «Es tut uns leid, das zu hören. Das Video ist letzte Woche entstanden.»  

«Er ist nicht tot, er lag im Korma»

Lucy Watson ist irritiert. Ihre Theorie ist, dass sich das Restaurant trotzdem alten Materials bedient haben muss. «Das ist das Einzige, das ich mir vorstellen kann.» Ihr Mann sei 2014 gestorben, daran gebe es keine Zweifel. User und Userinnen auf Facebook sehen das anders. Ein User kommentiert: «Er ist nicht tot. Er befand sich nur im Korma» – in Anlehnung an Harry Dohertys Lieblingsessen Chicken-Korma. Andere vermuten eine ähnliche Story, wie sie sich 2002 in England abgespielt habe. Damals hat John Darwin seinen Tod vorgetäuscht, indem er einen Kanu-Unfall inszenierte. Er wollte damit eine grosse Versicherungssumme einkassieren – dieser Kriminalfall kam letztes Jahr als «Der Dieb, seine Frau und das Kanu» ins britische Fernsehen. 

Aufgrund der vielen Kommentare auf der Social-Media-Plattform sah sich das Restaurant noch einmal dazu gezwungen, Stellung zu beziehen und mögliche Missverständnisse aus der Welt zu schaffen. «Das Video wurde am 9. Januar 2023 aufgenommen.» Man habe die Innenräume des Restaurants neu dekoriert und deshalb ein neues Video gedreht. Früher habe es rote und weisse Tischdecken gegeben, heute nicht mehr. «Diese ganze Situation sei «sehr ungewöhnlich».  

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