Witwer von Anna Lindh ist empört über Urteil
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Witwer von Anna Lindh ist empört über Urteil

Der Witwer der ermordeten schwedischen Aussenministerin Anna Lindh, Bo Holmberg, ist darüber empört, dass der Täter in die Psychiatrie statt lebenslänglich ins Gefängnis kommen soll.

In der Zeitung «Aftonbladet» kritisierte der 62-Jährige die Entscheidung des Stockholmer Oberlandesgerichts vom Vortag scharf. Er habe die Umwandlung der Haftstrafe für den 25-jährigen Mijailo Mijailovic aus der ersten Instanz in psychiatrische Behandlung «mit Zorn und Bestürzung» zur Kenntnis genommen.

Der frühere Innenminister und Bezirkspräsident im südschwedischen Norrköping, sagte: «Ich kann Anna und unseren beiden Söhnen nicht erklären, warum dieser Mann nicht ins Gefängnis kommt. Ich glaube absolut nicht an seine Erklärungen über innere Stimmen und Dämonen.»

Das Oberlandesgericht hatte die Revision des ersten Urteils mit einem psychiatrischen Gutachten begründet, das Mijailovic schwere psychische Störungen zum Tatzeitpunkt sowie Haftunfähigkeit bescheinigt. Holmberg sagte: «Dieses Urteil ist eine Herausforderung der Volksmeinung und des Rechtsstaates.»

Mijailovic hatte Lindh am 10. September 2003 bei einem Kaufhausbesuch in Stockholm niedergestochen und sich auf den Zwang einer inneren Stimme berufen. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Staatsanwaltschaft Berufung gegen das Urteil einlegt und Schwedens Obersten Gerichtshof anruft. (sda)

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