US-Wahlen: Putin, Bolsonaro und Obrador gratulieren Joe Biden
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US-WahlenPutin, Bolsonaro und Obrador gratulieren Joe Biden

Über einen Monat nach dem Wahlsieg von Joe Biden kommen nun auch Glückwünsche aus Russland, Brasilien und Mexiko.

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Wladimir Putin gratulierte Joe Biden zum Sieg bei den Präsidentschaftswahlen.

Wladimir Putin gratulierte Joe Biden zum Sieg bei den Präsidentschaftswahlen.

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Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro grüsst Biden via Twitter.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro grüsst Biden via Twitter.

Reuters/Pilar Olivares
Der Mexikaner Andrés Manuel López Obrador hat einen als unterkühlt gewerteten Brief geschrieben.

Der Mexikaner Andrés Manuel López Obrador hat einen als unterkühlt gewerteten Brief geschrieben.

Reuters/Henry Romero

Sechs Wochen nach der Wahl von Joe Biden zum US-Präsidenten haben sich auch der russische Staatschef Wladimir Putin sowie seine Kollegen aus Polen, Mexiko und Brasilien in die Schar der Gratulanten eingereiht. Die lateinamerikanischen Amtskollegen Andrés Manuel López Obrador und Jair Bolsonaro galten als eng verbunden zum scheidenden US-Präsidenten Donald Trump.

Bolsonaro twitterte am Dienstag, er grüsse Biden und hoffe, dass die USA «das Land der Freien und der Tapferen» bleibe. López Obrador schrieb in einem von Experten als unterkühlt gewerteten Brief, er habe die Bestätigung Bidens durch das Electoral College abwarten wollen. Der Mexikaner, der ein freundschaftliches Verhältnis zu Trump pflegte, betonte, er wolle gute Beziehungen zu den USA bewahren. Aber das Schreiben erhielt auch eine implizite Warnung, der Nachbar im Norden solle sich aus den inneren Angelegenheiten raushalten. Er sei sicher, dass auch Biden die Souveränität und Selbstbestimmung seines Landes achten werde. Mit Blick auf Migrationsbewegungen vom Süden Richtung USA deutete López Obrador an, sein Land könnte weiter als Puffer zwischen Migranten aus Zentralamerika und den den USA dienen.

Der Kolumnist und frühere Diplomat Gabriel Guerra kritisierte, López Obrador habe viel zu lange für seine Gratulationen gebraucht und das Schreiben klinge eher kühl und reserviert. Zwar sehe er nun keine diplomatischen Hürden für die beiden Länder, aber: «Wenn du einen Brief schickst, dann schick einen netten.»

Putin wartete auf offizielles Ergebnis

Der russische Präsident schrieb am Dienstag nach Angaben des Kremls, er wünsche Biden jeden Erfolg und sei sicher, dass die USA und Russland ihrer besonderen Verantwortung für globale Sicherheit und Stabilität gerecht werden und trotz ihrer Differenzen zur Lösung der vielen Probleme und Herausforderungen beitragen könnten, vor denen die Welt stehe.

Nach der US-Wahl Anfang November hatte der Kreml erklärt, Putin werde erst gratulieren, wenn der Sieger offiziell bestätigt sei. «Wir warten nur auf das Ende der innenpolitischen Auseinandersetzung», sagte Putin damals mit Blick auf zahlreiche Klagen der US-Republikaner des abgewählten Amtsinhabers Donald Trump. Der erkennt seine Niederlage zwar immer noch nicht an, aber die Versammlung der Wahlleute, die den Präsidenten formal wählt, stimmte am Montag mit der erwarteten Mehrheit von 306 Stimmen für Biden.

Trotz weiterer Klageankündigungen Trumps gratulierte Putin tags darauf. Die Zusammenarbeit zwischen Moskau und Washington solle auf Gleichheit und gegenseitigem Respekt beruhen und den Interessen beider Völker sowie der internationalen Gemeinschaft dienen, schrieb er. «Ich für meinen Teil bin bereit zum Zusammenwirken und zum Kontakt mit Ihnen», zitierte der Kreml aus Putins Botschaft.

Auch der polnische Präsident Andrzej Duda gratulierte Biden am Dienstag zum Wahlsieg. Er wünsche ihm eine «erfolgreiche Amtszeit», hiess es in einem Schreiben. Der polnische Präsident hatte ein gutes Verhältnis zu Trump und schlug sogar vor, einen Militärstützpunkt in seinem Land «Fort Trump» zu nennen.

(DPA/ore/chk)

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