Putin empfängt Mütter gefallener Soldaten mit Tränen in den Augen

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Ukraine-KriegWladimir Putin inszeniert sich emotional mit Müttern von Soldaten

Insgesamt 17 russische Frauen, deren Söhne im Krieg gefallen sind, hat Wladimir Putin bei sich empfangen. Die Frauen sind aber alle bekannt für ihre Nähe zum Kreml.

In seiner Residenz in Nowo-Ogarjowo hat Putin die Mütter gefallener Soldaten empfangen. Dabei zeigt er sich emotional und sagt: «Wir teilen euren Schmerz.»

20min/al

Darum gehts

  • Wladimir Putin hat die Mütter von im Krieg gefallenen oder kämpfenden Soldaten bei sich empfangen.

  • Auf Videos ist der Kreml-Chef mit Tränen in den Augen zu sehen.

  • Die Frauen sind aber alle für ihre Nähe zum Kreml bekannt.

Mehr als neun Monate nach dem Beginn des von ihm angeordneten Angriffskriegs gegen die Ukraine hat Kremlchef Wladimir Putin Mütter getöteter Soldaten getroffen. Staatliche russische Medien veröffentlichten am Freitag ein kurzes Video, das zeigt, wie Putin mehr als ein Dutzend ausgewählter Frauen in seiner Residenz in Nowo-Ogarjowo im Moskauer Gebiet empfängt und ihnen Kaffeetassen reicht. Dabei zeigt sich der Kreml-Chef emotional und kämpft gar mit den Tränen.

Den offiziellen Angaben zufolge waren insgesamt 17 Frauen aus verschiedenen russischen Regionen sowie aus völkerrechtswidrig von Moskau annektierten Gebieten der Ostukraine angereist. Sie wurden aber nicht zufällig für dieses Treffen ausgewählt. Sie sind bekannt dafür, dass sie dem Kreml nahe stehen. So ist unter ihnen beispielsweise Nadezhda Uzunova, die in der Organisation «Combat Brotherhood» dafür verantwortlich ist, humanitäre Hilfe für die Mobilisierten zu organisieren. Auch hielt sie eine Rede an einer Feier auf dem Roten Platz in Moskau, bei der die Annahme der Scheinreferenden gefeiert wurde.

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Der Kreml-Chef hat 17 Mütter von gefallenen Soldaten bei sich empfangen. 

Der Kreml-Chef hat 17 Mütter von gefallenen Soldaten bei sich empfangen. 

AFP
Unter ihnen war auch Nadezhda Uzunova. Sie ist dafür bekannt, dass sie die Ansichten des Kremls unterstützt.

Unter ihnen war auch Nadezhda Uzunova. Sie ist dafür bekannt, dass sie die Ansichten des Kremls unterstützt.

IMAGO/Sipa USA
Olesya Shigina zu Putins Linken, ist bekannt für ihre patriotischen orthodoxen Filme.

Olesya Shigina zu Putins Linken, ist bekannt für ihre patriotischen orthodoxen Filme.

IMAGO/Sipa USA

Auch teilgenommen hat Olesya Shigina. Die Regisseurin dreht orthodoxe patriotische Filme. «Der Weg» beispielsweise handelt von einer Reise zweier Freunde durch Russland. Dabei machen sie Pausen bei Klöstern, wohnen bei Familien und fragen nach, wie Russland lebt.

«Ich möchte, dass Sie wissen, dass wir diesen Schmerz mit Ihnen teilen, und dass wir natürlich alles dafür tun werden, damit Sie sich nicht vergessen fühlen», sagte Putin laut Agentur Interfax bei dem Treffen. «Wir tun alles uns Mögliche dafür, dass Sie eine Schulter an Ihrer Seite spüren.»

Kreml verheizte Reservisten als Kanonenfutter

Angesichts militärischer Niederlagen sind auf Putins Befehl seit Ende September rund 300’000 Reservisten für die Kämpfe in der Ukraine eingezogen worden. Die Teilmobilmachung erwies sich als äusserst unpopuläre Massnahme und löste in Russland eine regelrechte Massenflucht sowie die grössten Anti-Kriegs-Proteste seit Monaten aus. Organisiert wurden die Demonstrationen oft von Frauen.

Kritiker beklagen, dass der Kreml schlecht ausgebildete Männer in einem aussichtslosen Krieg als Kanonenfutter verheize. Zudem häuften sich in den vergangenen Wochen Berichte über völlig unzureichend ausgerüstete Rekruten. Aktuellen Einschätzungen britischer Geheimdienste zufolge ist eine hohe Zahl der eingezogenen russischen Reservisten bereits in der Ukraine gefallen. 

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(DPA/fis/smk)

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