Feier-Nachwehen: WM-Katerstimmung? Nicht mit uns!

Aktualisiert

Feier-NachwehenWM-Katerstimmung? Nicht mit uns!

Zuviel gebechert, zuviel gegrölt: Am Morgen nach dem Spiel von «Ottmars Eleven» wird sich die halbe Schweiz ziemlich «balla balla» fühlen. Dabei kann die richtige Bier-Auswahl Wunder wirken!

von
Runa Reinecke
Mit der richtigen Vorbereitung wird das «Hopp» morgen nicht zu Flop. (Bild: Keystone)

Mit der richtigen Vorbereitung wird das «Hopp» morgen nicht zu Flop. (Bild: Keystone)

Nein, er kennt mal wieder kein Erbarmen: Der Wecker wird uns auch morgen wieder aus dem Schlaf klingeln – ungeachtet dessen, was sich gestern in und um uns herum abgespielt hatte: Spannung, Jubel, vielleicht sogar ein paar vergossene Tränchen, falls der Match gegen Spanien zum Trauerspiel werden sollte. Was für ein Stress – und den können einige Nati-Fans offenbar leider nur durch grössere Mengen Alkohol und lautes Gegröle abbauen. Das hinterlässt natürlich schmerzhafte Spuren - ganz oben auf der Tabelle der Qualen: ein «dicker Kopf» und geplagte Stimmbänder.

Doch gerade hier gilt: Wehret den Anfängen! Wer die Nachwehen des heutigen, für feierlustige Fans alles andere als günstig gelegenen ersten Nati-WM-Spiels morgen am Arbeitsplatz, an der Uni oder in der Schule überstehen will, sollte nach dem Motto «vorsorgen ist besser als heilen» verfahren.

Auf Pils-Suche beim Getränkehändler

Die Spielvorbereitungen beginnen unter anderem mit dem Einkaufen des favorisierten Biers – und wir sprechen hier auf gar keinen Fall von Weizenbier, denn: Grundsätzlich verursacht Pils weniger Katerstimmung als Weizen: Letzteres enthält einen hohen Anteil an «Fuselalkoholen». In puncto Wein sollte zu Altbewährtem gegriffen werden: Weine können Stoffe enthalten, die am darauffolgenden Tag zu einem Brummschädel führen. Experimente mit neuen Weinen also möglichst auf Wochenend-Matches verlegen.

Zur Feier des Tages gilt es, sich schon vor dem Trinken eine besonders gehaltvolle Mahlzeit zu gönnen. Ausnahmsweise also schwer Verdauliches wie Chässpätzli, Eiersalat mit einer Extraportion Mayonnaise und dazu vielleicht ein feines Fischgericht verdrücken! Durch die verlängerte Verweildauer des Speisebreis im Magen gerät der Alkohol weniger schnell ins Blut. Personen mit gesundheitlichen Problemen wie Diabetes oder erhöhten Cholesterinwerten sollten auf diese Katerprophylaxe allerdings genauso verzichten, wie auf den Konsum von Alkohol.

Sauer macht nicht immer lustig

Sowohl das Essen als auch das Trinken von Bier, Wein und Spirituosen wirkt stark übersäuernd. Da lohnt es sich schon mal, prophylaktisch zu einer Extraportion Basenpulver zu greifen (gibts in der Apotheke). Oder aber man beginnt schon jetzt mit dem Essen von Bananen und gekochten Kartoffeln – zwei Nahrungsmittel, die über basische Eigenschaften verfügen.

Viel Wasser gegen den «Katzenjammer»

Eines sollte unbedingt beachtet werden: Wasser trinken! Nach jedem alkoholischen Getränk oder auch zum Bier oder zum Wein mehrmals am Abend ein Glas natriumhaltiges Mineral geniessen. Das spült nicht nur die Giftstoffe besser aus dem Körper, sondern sorgt ausserdem dafür, dass man gar nicht erst zuviel Alkohol konsumiert. Denn jeder Kater ist nichts anderes als eine kleine Vergiftung und wer will sich so etwas schon freiwillig antun? Getränke mit Zucker und Kohlensäure sind keine Alternative zu stillem Mineralwasser, denn sie verstärken die Wirkung des Alkohols sogar.

Der Morgen danach

Miaut der Kater am nächsten Morgen trotzdem allzu laut und brummt der Kopf, bleibt nur noch das traditionelle Katerfrühstück: Doch bevor es an den währschaften Start in den Tag geht, erst einmal ein Glas lauwarmes und somit magenfreundliches Wasser trinken. Das gibt dem Körper die Flüssigkeit zurück, die er durch den Alkoholkonsum am Tag zuvor verloren hat.

Auf dem Frühstückstisch sollten morgens Vollkornbrot, Käse, Wurst, saure Gurken, Rollmops und eine Gemüse-, Fleisch-, oder Hühnerbouillon zu finden sein. Das in diesen Speisen enthaltene Salz bringt den zusammengesackten Kreislauf wieder in Schwung. Danach ab unter die Dusche: kalt und warm im Wechsel duschen lässt den Kreislauf wieder aufleben. Auch ein Morgenspaziergang wirkt Wunder: Einfach ein paar Tramstationen früher aussteigen und den Rest des Weges zur Arbeit gehen. Lässt auch das die Kopfschmerzen nicht verschwinden, ein paar Tropfen Pfefferminzöl (gibts in der Drogerie oder Apotheke) auf den Schläfen, der Stirn, hinter den Ohren und dem Nacken verteilen. Bringt das auch nichts, hilft nur noch die chemische Keule: Je nach Verträglichkeit können Wirkstoffe wie ASS, Paracetamol oder Ibuprofen gegen die übelsten Beschwerden eingesetzt werden.

Heute tolle Stimmung, morgen ohne Stimme?

Vorsicht: Ungeübte «Sänger» sollten sich heute Abend nicht zuviel zumuten, sonst bleibt von der Stimme morgen nur noch ein müdes Krächzen übrig. Sollten Sie grundsätzlich zum verbal besonders lautstarken Mitfiebern tendieren, lieber jetzt schon das morgige Meeting vorsorglich auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Ist die Stimme in der Früh weg oder fast nicht mehr hörbar, einfach das Telefon vom Arbeitskollegen entgegennehmen lassen und Telefonate auf den E-Mailverkehr verlagern. Auch aufs Flüstern verzichten – je besser die geschundenen Stimmbänder geschont werden, desto schneller können Sie sich wieder unterhalten. Bei Stimmproblemen helfen Lakritze oder Island-Moos-Bonbons. Geschmacks-Masochisten sei an dieser Stelle Spitzwegerichsaft empfohlen – schmeckt nicht, hilft aber. Und falls die Schweizer Fussballnationalmannschaft heute Abend Tore schiesst, dürfte ein rot-weisser Schal am Morgen danach ohnehin gut im Büro ankommen – der schützt vor Zugluft, hält somit den Hals warm und unsere Nati auf Kurs – hoffentlich!

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