Eishockey WM: WM ohne Deutsche: Unvorstellbar?
Aktualisiert

Eishockey WMWM ohne Deutsche: Unvorstellbar?

Die Deutschen haben gestern ihr erstes WM-Spiel gewonnen. Das 2:1 gegen Ungarn liefert keine sportlichen Gründe für den Verbleib in der Weltelite.

von
Sandro Compagno

Das Team von Uwe Krupp profitiert kurzfristig davon, dass Deutschland als Ausrichter der WM 2010 unabsteigbar ist. Und längerfristig von der ökonomischen Bedeutung Deutschlands im europäischen Eishockey. Das belegen zwei Aufstockungen der früheren A-Gruppe: 1992 ging es von acht auf zwölf Nationen, 1998 gar auf 16 Nationen. 1991 wäre die DEB-Mannschaft als Achte abgestiegen, 1997 wurde sie Elfte und somit Zweitletzte. Mit dem gestrigen 2:1 gegen Absteiger Ungarn beenden die Deutschen die Weltmeisterschaft 2009 auf Platz 15.

Wie wichtig die Deutschen sind, zeigt ein Blick auf die Sponsoren: Der WM-Haupt­sponsor, der Autohersteller Skoda, wird von VW kontrolliert. Dazu kommen deutsche Sponsoren wie Bauhaus, Boehringer Ingelheim und Henkel. Droht in den nächsten Jahren eine Aufstockung auf 20, 24 oder 36 Nationen, um die Deutschen oben zu halten? Szymon Szemberg, Sprecher des Eishockey-Weltverbandes IIHF: «Wir hören immer wieder solche Vermutungen. Sie sind falsch.» Szemberg führt als Beleg die WM 2005 an, als die Deutschen in die Division I abstiegen: «Das spielte für die WM keine Rolle. Wir würden auch Titelkämpfe mit Kongo-Brazzaville, der Mongolei und Argentinien austragen.» Viel schlechter als die Deutschen wären sie wohl nicht.

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