Wegen Ecuador-Kolumbianer: WM-Quali-Chaos wird immer grösser – auch Chile will sich nach Katar klagen

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Wegen Ecuador-KolumbianerWM-Quali-Chaos wird immer grösser – auch Chile will sich nach Katar klagen

Neben Algerien wollen sich auch Ägypten und Chile am Grünen Tisch noch für die WM in Katar qualifizieren. Besonders kurios ist das Anliegen der Südamerikaner.

von
Lucas Werder
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Ecuadors Byron Castillo soll eigentlich Kolumbianer sein, behauptet der Verband von Chile.

Ecuadors Byron Castillo soll eigentlich Kolumbianer sein, behauptet der Verband von Chile.

imago images/Photosport
Sämtliche Spiele mit Beteiligung des Rechtsverteidigers sollen nicht gewertet werden, so die Forderung.

Sämtliche Spiele mit Beteiligung des Rechtsverteidigers sollen nicht gewertet werden, so die Forderung.

Pool via REUTERS
Ägypten scheiterte in den Playoffs an Senegal.

Ägypten scheiterte in den Playoffs an Senegal.

IMAGO/Xinhua

Darum gehts

  • Algerien, Ägypten und Chile haben die WM 2022 in Katar auf sportlichem Weg verpasst.

  • Doch die drei Teams versuchen durch Einsprachen noch an ein WM-Ticket zu kommen.

  • Chile legt Protest gegen das Duell mit Ecuador ein, weil dieses einen kolumbianischen Spieler eingesetzt haben soll.

Am 21. November wird die WM in Katar angepfiffen. Auf sportlichem Weg streiten sich insgesamt acht verbliebene Nationen um die drei verbleibenden WM-Tickets. Daneben hoffen aber noch drei weitere Teams auf ein WM-Ticket, die die Qualifikation eigentlich verpasst haben. Neben Algerien, das bei der Fifa einen Protest gegen das Playoff-Aus gegen den Kamerun eingelegt hat, hoffen auch Ägypten und Chile noch auf eine WM-Teilnahme am Grünen Tisch.

Für die Pharaonen wird es aber wohl nichts mit dem Hintertürchen Richtung Katar. In der entscheidenden Playoff-Partie Ende März war das Team um Superstar Mohammed Salah im Penaltyschiessen an Senegal gescheitert. Der Liverpool-Stürmer war bei seinem vergebenen Versuch von mehreren Laserpointern im Gesicht geblendet worden. Zudem hätten senegalesische Fans schon vor Spielbeginn den Mannschaftsbus der Gäste attackiert. Ägypten legte daraufhin beim Kontinentalverband und der Fifa Beschwerde ein. Am vergangenen Montag kam schliesslich das Urteil: 180’000 Franken Busse für Senegal, das WM-Ticket dürfen die Löwen von Teranga aber behalten.

Chile will WM-Ticket von Ecuador

Am Donnerstag mischte sich nun auch Chile, das als enttäuschender Siebtplatzierter Südamerikas die Quali eigentlich deutlich verpasst hatte, nochmals ins WM-Rennen ein. Der chilenische Verband hat bei der Fifa aber Protest eingelegt, wie die «New York Times» berichtet. Der Grund: Ecuador, das als Tabellenvierter in Katar mit dabei ist, soll in der Qualifikation mit Byron Castillo einen nicht spielberechtigten Spieler eingesetzt haben.

Doch was hat der Rechtsverteidiger des ecuadorianischen Erstligisten SC Barcelona verbrochen? Eigentlich nichts – ausser, dass Castillo eigentlich Kolumbianer sein soll, so zumindest der Vorwurf der Chilenen. Eine Geburtsurkunde soll beweisen, dass der 23-Jährige eigentlich drei Jahre früher als bisher bekannt in Kolumbien geboren sein soll! Durch eine mögliche Annullierung aller ecuadorianischen Quali-Spiele, bei denen Castillo zum Einsatz gekommen ist, erhofft sich Chile, doch noch an das begehrte WM-Ticket zu kommen.

Ukraine träumt von Katar

Auf dem normalen Weg dürfen aktuell noch acht Nationen vom Abenteuer Katar träumen. In Europa duellieren sich am 1. Juni die Ukraine und Schottland im Playoff-Halbfinal, der Sieger muss vier Tage später gegen Wales ran. Durch den russischen Einmarsch in die Ukraine waren die Qualifikationsspiele mit ukrainischer Beteiligung Ende März verschoben worden.

Um weitere Tickets streiten sich Costa Rica und Neuseeland in den interkontinentalen Playoffs (14. Juni). Der letzte Startplatz wird dem Sieger des Duells zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten gegen Australien  und Peru ermittelt (13. Juni).

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