Miroslav Klose: WM-Rekordtorschütze auf Abstellgleis
Aktualisiert

Miroslav KloseWM-Rekordtorschütze auf Abstellgleis

Der Torriecher von Miroslav Klose ist nicht mehr, was er einmal war. Dafür erntet er in Italien Kritik. Auch der einstige Goalgetter Mario Gomez muss unten durch.

von
heg
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Miroslav Klose (r.) von Lazio Rom trifft nicht mehr wie zu seinen guten Zeiten als Stürmer.

Miroslav Klose (r.) von Lazio Rom trifft nicht mehr wie zu seinen guten Zeiten als Stürmer.

AFP/Tiziana Fabi
Auch Mario Gomez vom AC Florenz hat den Torriecher verloren.

Auch Mario Gomez vom AC Florenz hat den Torriecher verloren.

Keystone/Elisabetta Baracchi
Das letzte Highlight für Klose: An der WM in Brasilien krönt er sich als alleiniger Torschützenkönig und Weltmeister mit Deutschland.

Das letzte Highlight für Klose: An der WM in Brasilien krönt er sich als alleiniger Torschützenkönig und Weltmeister mit Deutschland.

Keystone/Fernando Bizerra jr.

Sie waren einst deutsche Torgaranten, nun scheinen ihre Sterne zu verblassen: Miroslav Klose und Mario Gomez, die beide in Italien unter Vertrag stehen.

Klose, der sich im Sommer an der WM zum alleinigen Rekordtorschützen krönte (16 Treffer), war früher als Vollstrecker bekannt. Seit geraumer Zeit hat der 36-jährige Stürmer von Lazio Rom jedoch Ladehemmungen. Er kommt oft nur noch als Einwechselspieler zum Einsatz und hat in 15 Spielen der Serie A erst drei Tore erzielt. In der letzten Partie gegen Roma (2:2) durfte der frühere Bundesliga-Angreifer die letzten 25 Minuten ran und brillierte erneut nicht.

Eine Tormöglichkeit, die Klose bis vor Kurzem wohl noch mit links genutzt hätte, liess er aus, was ihm gehörig Kritik von italienischen Medien einbrachte. «Klose erlebt den Niedergang eines Stars. Vor zwei Jahren hätte er das Tor noch niedergerissen», schrieb der «Corriere della Sera». Die «Gazzetta dello Sport» monierte, «ein Spieler von Kloses Niveau muss den Ball ins Tor bekommen».

Gomez von eigenem Trainer blossgestellt

Neben Klose steht auch sein früherer Nationalmannschafts- und Bayern-Kollege Mario Gomez stark in der Kritik. Der 29-jährige Stürmer der AC Florenz hat in bisher zwölf Saisonspielen erst einmal getroffen und ist deshalb zur Zielscheibe der Sportzeitungen geworden. «Gomez ist für Florenz zum Problemfall geworden», meinte der «Corriere della Sera». «Gomez ist nicht mehr Gomez», schrieb «La Repubblica». Und der «Corriere dello Sport» kommentierte: «Gomez ist nur das Phantom des Stürmers, der er einst war.»

Nach dem 4:3-Sieg gegen Palermo am Wochenende, bei dem Gomez erneut nicht traf, wurde ihm sogar vom eigenen Trainer ein Rücktritt nahegelegt. «Er erlebt eine psychologische Blockade, denn er ist nicht der Spieler, der in der Vergangenheit bewundert wurde», sagte Vincenzo Montella. «Als ich gemerkt habe, dass ich nicht mehr auf dem Niveau spielen konnte, das meine Karriere gekennzeichnet hat, habe ich aufgegeben. Obwohl ich noch ein Jahr Vertrag hatte, habe ich begriffen, dass mein Fussball-Abenteuer zu Ende war.»

Wie lange Kloses und Gomez' Abenteuer noch dauern, steht in den Sternen. Schiessen die beiden ehemaligen Goalgetter weiterhin keine oder nur wenige Tore, dürften ihre Karrieren auf hohem Niveau bald einmal vorbei sein.

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