WM-Super-G in Are: Wieder nix!

Aktualisiert

WM-Super-G in Are: Wieder nix!

An den Weltmeisterschaften in Are scheiterte auch der dritte Versuch, das erste Rennen über die Bühne zu bringen. Starker Wind und schlechte Sicht führten am Montag zur Absage des Super-G der Männer.

Somit kommt es nun am Dienstag gleich zu zwei Entscheidungen im Super-G. Die Männer starten um 10.00 Uhr (auf erneut verkürzter Strecke), die Frauen um 12.30 Uhr. Die Wetterprognosen präsentieren sich so, dass mit dem WM-Start gerechnet werden darf. Der Wind soll nachlassen, Niederschläge sind keine mehr zu erwarten, und die Temperaturen fallen in den Bereich von bis zu minus 18 Grad.

An ein Rennen war am Montag nicht zu denken. Das sahen auch die Schweizer so. «Abhaken und voraus schauen» lautete die Devise. «Wenn es jetzt noch kälter wird, dann erhöht das die Chancen für die Fahrer mit höheren Nummern, dann kommen die Schläge nicht so zum Vorschein», war Didier Cuche überzeugt. Der Neuenburger ist der letzte Starter des Schweizer Quartetts. Er hofft auf möglichst eisige Verhältnisse. «Doch das», so sagt er, «wollen andere auch. 90 Prozent aller Fahrer mögen es eisig.» Optimistisch gibt sich auch Silvan Zurbriggen. «Der Hang hier in Are erinnert mich etwas an Hinterstoder», meint er vielsagend. Dort war er kurz vor Weihnachten, im letzten Weltcup-Super-G vor dieser WM, völlig überraschend auf Platz 4 gefahren.

Doppel-Veranstaltungen keine Seltenheit

Zwei Rennen an einem Tag - das ist an einem Grossanlass nichts Aussergewöhnliches. Letzten Winter an den Olympischen Spielen in Turin gab es ebenfalls ein solches Doppel. Damals wurde Michaela Dorfmeister in San Sicario Olympiasiegerin im Super-G, derweil ihr österreichischer Teamkollege Benjamin Raich in Sestriere zu Gold im Riesenslalom fuhr.

An den Weltmeisterschaften 2001 in St. Anton gab es gleich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen doppelte Entscheidungen. Zunächst gewannen Kjetil André Aamodt (Kombination) und Michaela Dorfmeister (Abfahrt), tags darauf holten sich Hannes Trinkl (Abfahrt) und Anja Pärson (Slalom) fast gleichzeitig Gold.

Aufgrund der viel besseren Wetterprognosen für die nächsten Tage gibt sich die Spitze des internationalen Verbandes trotz des WM- Fehlstarts gelassen. «Wir haben dank der Reservetage genügend Zeit, die Wettbewerbe durchzuführen», sagt FIS-Präsident Gianfranco Kasper. Für die aufgekommene Kritik, wonach es absehbar gewesen sei, dass eine WM Anfang Februar in Are Probleme bietet, hat der Bündner kein Verständnis: «Wer hätte kalkuliert, dass es in Mitteleuropa Mitte Januar keinen Schnee gibt?» (si)

Rufener: «Auf Verschiebungen vorbereitet»

Die Absage des Super-G war wohl unbestritten?

Martin Rufener (Schweizer Ski-Chef): «Absolut. Unter diesen Voraussetzungen war es unmöglich, ein Rennen zu starten. Die Prognosen haben zwar schon Wind vorausgesagt, aber dass er gleich so stark sein würde, hat mich doch überrascht. Die Tore lagen komplett flach.»

Nach dem Tauwetter übers Wochenende sind für Dienstag markant tiefere Temperaturen angesagt. Ist für den Super-G mit einer Eisbahn zu rechnen?

Rufener: «Das glaube ich nicht. Es wird trotz der Kälte Stellen geben, die weich bleiben werden. Es sind unregelmässige Verhältnisse zu erwarten.

Seit Mitte der letzten Woche sind die Fahrer in Are, jeder brennt auf den Einsatz. Da können die ständigen Verschiebungen schon an die Nerven gehen.

Rufener: «Wir waren darauf vorbereitet. Die Statistiken besagen, dass um diese Jahreszeit in Are mit Wetter-Problemen gerechnet werden muss. Darauf haben wir unsere Fahrer schon beim Weltcup- Finale im vergangenen März aufmerksam gemacht. Uns überrascht die Situation nicht.»

Die Stimmung ist demnach gut?

Rufener: «Ich habe nicht das Gefühl, dass sich jemand unwohl fühlt. Wir haben ja den grossen Vorteil, im Super-G alles erfahrene Leute einsetzen zu können, die nicht das erste Mal an einem solchen Anlass sind. Wichtig ist, bereit zu sein, wenn es los geht.»

Die Unterkunft ist bei Verschiebungen besonders wichtig.

Rufener: «In dieser Hinsicht haben wir es hier besonders gut. Jeder kann sich nach Belieben zurückziehen. Es gibt aber auch genügend Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben.»

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