WM-Verbot: Deutschland will Ahmadinedschad ausladen
Aktualisiert

WM-Verbot: Deutschland will Ahmadinedschad ausladen

Führende deutsche Politiker wollen verhindern, dass der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad zur Fussball-Weltmeisterschaft nach Deutschland kommt.

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Bosbach, sagte der «Welt am Sonntag»: «Es wäre wünschenswert, wenn die Regierung auf diplomatischem Wege deutlich macht, dass Ahmadinedschads Besuch in Deutschland nicht erwünscht ist.»

Nach Ansicht von CDU/CSU-Fraktionsvorstandsmitglied Georg Brunnhuber sollte der Weltfussballverband FIFA den iranischen Präsidenten zur unerwünschten Person erklären. Auch die Europäische Union sollte sich abstimmen und die Bundesregierung darin bestärken, ihn zur unerwünschten Person zu erklären. Den innenpolitischen Fraktionssprecher Hans-Peter Uhl zitierte die Zeitung mit dem Satz: «Man sollte Ahmadinedschad zu verstehen geben, dass er von einem Besuch in Deutschland Abstand nehmen sollte.»

Ahmadinedschad hatte international Empörung ausgelöst, weil er mehrfach den Mord an Millionen Juden durch die deutschen Nationalsozialisten geleugnet hat. In Deutschland wird dies mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet.

In der vergangenen Woche hatten Berichte für Aufsehen gesorgt, nach denen ein Besuch Ahmadinedschads zu einem Spiel der iranischen Nationalmannschaft nicht ausgeschlossen ist. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hatte dazu erklärt, grundsätzlich könne Ahmadinedschad wie jedes andere Staatsoberhaupt zur WM kommen. Ein solcher Besuch würde aber «nicht einfach sein». Die iranische Mannschaft sei «unter Sicherheitsgesichtspunkten ein Sorgenkind», fügte Schäuble hinzu.

Der Begriff «unerwünschte Person» entstammt dem Vokabular der Diplomaten, die meist aber die lateinische Form «Persona non grata» benutzen. Normalerweise besitzen Diplomaten und Staatsoberhäupter diplomatische Immunität im Gastland, auch wenn sie eine Straftat begangen haben. Das Gastgeberland hat dann lediglich die Möglichkeit, den Betroffenen des Landes zu verweisen oder ihm die Einreise zu verweigern, in dem er zur «Persona non grata» erklärt wird. Der häufigste Grund für einen solchen «diplomatischen Rauswurf» ist der Vorwurf der Spionagetätigkeit. (dapd)

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