WM-Verbot für 400 Schweizer Hooligans
Aktualisiert

WM-Verbot für 400 Schweizer Hooligans

Der Schweizer Fussballverband (SFV) hat die Daten von rund 400 Schweizer Fans mit Stadionverbot dem Deutschen Fussballbund und den Organisatoren der WM zukommen lassen. Der Schweizer Datenschutzbeauftragte erachtet dies als Gesetzesverstoss.

Es habe einen intensiven Datenaustausch mit der Schweiz gegeben, sagte Christian Sachs, der Referent des deutschen Innenministeriums für die WM, am Donnerstag in der Sendung «Rendez-vous» von Schweizer Radio DRS. «Wir gehen also davon aus, dass nur ganz wenige Hooligans in die Stadien kommen.»

Schweizer Hooligans werden laut Sachs in Deutschland nicht freundlich empfangen: «Sie werden hier keinen Spass haben. Sobald sie über die Stränge schlagen oder gar Verbrechen begehen, wird mit der vollen Härte des Gesetzes gegen sie vorgegangen.»

Dem Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten Hanspeter Thür wurde die Datenübermittlung ins Ausland nicht gemeldet, obwohl dies das Datenschutzgesetz vorschreibt. Es liege eindeutig ein Verstoss gegen das Gesetz vor, sagte Thür im Radiobeitrag. «Ob jemand ein Hooligan ist oder nicht, gehört zu Persönlichkeitsprofilen, die sehr heikel sind.» Das Verhindern von Gewalt an Fussballspielen sei sicher von übergeordnetem Interesse, räumte Thür ein. Aber man müsse im Einzelfall schon genau prüfen, wieso die Leute in der Schweiz ein Stadionverbot überhaupt erhalten haben.

Der Generalsekretär des SFV, Peter Gillièron, sagte im Radiobeitrag, er habe nicht gewusst, dass die Datenübermittlung meldepflichtig war. Er versicherte, dass wegen Kleinigkeiten keine Stadionverbote ausgesprochen wurden. Dazu brauche es schon etwas «Handfestes». Im Interesse der Sicherheit sei man verpflichtet gewesen, die Daten nach Deutschland zu schicken, sagte Gillièron weiter. Schliesslich sei es auch im Interesse der Schweiz, dass es nicht zu «unliebsamen Vorfällen» mit Schweizern in Deutschland komme.

(si)

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