Aktualisiert 20.06.2018 11:55

Einsamer Fluss

Wo bleiben die Aareschwimmer in Bern?

Berns Liebe zur Aare kommt heuer nicht so richtig in Fahrt. Schuld sind Schmelzwasser und Gewitter. Doch es ist Besserung in Sicht.

von
cho

Das Bärner Meitschi Nicole erzählt, was Aareböötle so speziell macht. (Video: Bern Welcome)

Die dritte Juni-Woche und noch immer schwimmen kaum Berner in der Aare – ein ungewöhnliches Bild für Bern: «Dieses Jahr sind wir wirklich extrem spät dran», sagt Beat Wüthrich, Anlagenchef des Lorraine- und Marzili-Bades. Dafür seien mehrere Faktoren verantwortlich: «Von den Bergen kommt noch immer relativ viel Schmelzwasser hinunter. Dazu hatten wir immer wieder Gewitter und stetig etwas Wind.» Die Flusstemperatur sei bisher kaum über 16, selten 17 Grad hinaus gekommen. «Bei diesen Temperaturen gehen meist nur Schwimmer in die Aare, die das ganze Jahr einen Schwumm wagen.

Aare wird (endlich) warm

Doch für die Warmduscher unter den Aareschwimmern ist Besserung in Sicht. «Spätestens am Donnerstag sollte die Aare die 18-Grad-Marke knacken», sagt Stefan Scherrer von MeteoNews. Der Meteorologe aus Bern war auch schon in der Aare schwimmen und prognostiziert für Mittwoch und Donnerstag gutes Badewetter. Viel wärmer dürfte der Fluss jedoch nicht werden: «20 Grad werden wir sicherlich nicht erreichen», so Scherrer. Dies weil in der Nacht auf Freitag Regen wahrscheinlich sei und eine Kaltfront auf die Schweiz zusteuere.

Auch wenn sich in den nächsten Tagen vermehrt Berner in den Fluss wagen werden, eng wird es im grünen Wasser noch wohl nicht. 20 Grad Aaretemperatur zählen als magische Marke, sagt Beat Wüthrich: «An heissen Sommertagen lassen sich bis zu 5000 Personen pro Stunde die Aare hinunter treiben.» Er habe sie selber gezählt.

Aareböötle für alle

Auch die Aareböötler wurden von Wüthrich gezählt: «Zwischen 100 und 200 treiben im Hochsommer pro Stunde den Fluss hinunter.» Während die wenigsten Berner bisher im Fluss schwimmen waren, sind am Wochenende bereits einige Boote von Thun nach Bern gefahren. Pünktlich zum Saisonauftakt hat nun Bern Welcome einen Aareböötle-Guide veröffentlicht. Das Ziel der Tourismus-Organisation ist es, dass noch mehr Leute das Aareböötle entdecken: «Wir wollten einen Guide mit konkreten Tipps und einer ‹How-To›-Anleitung zusammenstellen», sagt Nicole Schaffner, Leiterin Content und PR.

Mit diesem Rucksack kann man direkt in die Aare

Der Guide beleuchtet sämtliche Aspekte des Aareböötlen und bietet viel Hintergrundwissen. Er ist Teil einer ganzen Aare-Kampagne, die die Tourismus-Stelle heute lanciert: «Wir wollen die Liebe der Berner zu ihrer Aare in die Schweiz hinaustragen.»

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