Aktualisiert 28.03.2014 09:34

Lohnvergleich

Wo die Banker am meisten verdienen

Obwohl die Bankerlöhne seit einiger Zeit sinken, zahlen viele Institute noch üppige Saläre. Doch es gibt auch Verlierer und der Lohn reicht nicht mehr als alleiniger Köder.

von
Yves Hollenstein
Vontobel-CEO Zeno Staub zahlt seinen Mitarbeitern mitunter die höchsten Löhne der Branche. Rund 290'000 Franken verdient im Schnitt ein Vontobel-Banker.

Vontobel-CEO Zeno Staub zahlt seinen Mitarbeitern mitunter die höchsten Löhne der Branche. Rund 290'000 Franken verdient im Schnitt ein Vontobel-Banker.

Den Angestellten der Bank Vontobel geht es am besten: Die Zürcher Privatbank zahlt ihren Mitarbeitern im Durchschnitt 290'000 Franken pro Jahr und Kopf. Das ist ein wenig mehr als die Grossbanken Credit Suisse (266'000) und UBS (235'000).

Deutlich tiefer liegen da Genossenschaftsbanken wie Raiffeisen (136'000) oder die Migros-Bank (130'000), wie eine Erhebung des Finanzportals «Finews» zeigt. Als Grundlage dienten die Kennzahlen für 2013: der jeweilige Personalaufwand und die Anzahl Vollzeitmitarbeiter.

Sehr gross ist die Lohnspanne bei den Kantonalbanken: Spitzenreiter ist die ZKB mit durchschnittlich 177'000 Franken Jahreslohn, am Ende steht die Tessiner Kantonalbank mit 74'000 Franken.

Im Vergleich mit Goldman Sachs stehen die Schweizer Banken aber geradezu schwach da. Die amerikanische Grossbank zahlt im Schnitt mehr als 360'000 Franken Jahreslohn pro Mitarbeiter.

Lohn nicht mehr gleich wichtig

Nicht überrascht von den hohen Löhnen der Privatbanken ist der Headhunter Manuel Vazquez von HR Excellence. Im Vergleich zu einer Grossbank beschäftigen diese verhältnismässig wenige Mitarbeiter. «Da treiben die Vergütungen der Spitzenmanager den Durchschnitt besonders in die Höhe», so Vazquez.

Trotzdem: Allein über den Lohn ködere man heute keine Top-Banker mehr. «Früher fragten mich die Klienten als Erstes, wie viel sie bei einer allfälligen Anstellung verdienen können», sagt Vazquez. Erst aufgrund dessen sei man das Mandat überhaupt eingegangen.

Heute zählen laut Vazquez auch Faktoren wie das Arbeitsumfeld oder die Reputation der Bank. «Nach all den negativen Erfahrungen der letzten Jahre wie Skandale und Massenentlassungen suchen Bankmitarbeiter neben guten Löhnen auch Sicherheit», sagt der Headhunter. Bodenständige Institute wie Raiffeisen oder die Kantonbalbanken würden in diesem Punkt besser abschneiden als Grossbanken – trotz wesentlich kleinerer Verdienstmöglichkeiten.

Grosse Lohnschere

Für Denise Chervet, Geschäftsführerin des Schweizerischen Bankenpersonalverbands, sagen die hohen Median-Löhne vor allem aus, dass die oberen Kader überdurchschnittlich viel bekommen. «Die Lohnschere in der Finanzbranche ist die grösste in der Schweiz», sagt Chervet. Laut der letzten Lohnumfrage des Verbands verdienen über zehn Prozent der Bankangestellten unter 5300 Franken. Das relativiere die hohen Durchschnittslöhne, so Chervet.

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