Fan-Trikots: Wo die Nati-Stars aufs Leibchen gedruckt werden
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Fan-TrikotsWo die Nati-Stars aufs Leibchen gedruckt werden

In Pratteln erhalten die Trikots der Nati-Stars ihren letzten Schliff. Auf dem Markt finden sie aber weniger reissenden Absatz als der Auftaktgegner der Schweiz.

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las
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Garantex-Geschäftsführer Hans Hübscher zeigt eines der Trikots, die Jungstar Breel Embolo an der Europameisterschaft in Frankreich tragen wird.

Garantex-Geschäftsführer Hans Hübscher zeigt eines der Trikots, die Jungstar Breel Embolo an der Europameisterschaft in Frankreich tragen wird.

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In der Druckabteilung der Garantex herrscht indes Hochbetrieb. Allein für die Nationalmannschaft muss 2760 mal gedruckt werden.

In der Druckabteilung der Garantex herrscht indes Hochbetrieb. Allein für die Nationalmannschaft muss 2760 mal gedruckt werden.

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Fans können auch Trikots mit individuellen Beschriftungen bestellen.

Fans können auch Trikots mit individuellen Beschriftungen bestellen.

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Bei der Garantex AG in Pratteln herrscht zur Zeit Hochbetrieb. Das Unternehmen, das sich auf Transferdruck spezialisiert, sorgt dafür, dass auf den Trikots der Schweizer Nati die richtigen Nummern, Namen und Embleme am richtigen Ort prangen. Für die Garantex, die auch die Kleidung von Clubs und dem Schweizer Olympia-Team bedruckt, bedeuten Fussball-Grossveranstaltungen wie die kommende EM in Frankreich besonders viel Arbeit für den Betrieb.

Die von den Markenherstellern nach Pratteln gelieferten Trikots müssen an fünf Stellen bedruckt werden, die Hosen an einer. «Bei 460 Sets für die Nati macht das 2760 Applikationen», sagt Geschäftsführer Hans Hübscher – zwei für jeden Spieler pro Spiel, bis ins Finale. Hinzu kommen die offiziellen Fan-Trikots, die man sich auf Wunsch individuell bedrucken lassen kann. Hektik kommt aber nicht auf. «Wir machen das schon seit 20 Jahren», so Hübscher. Zudem sei man mit dem Personal und der Warenlogistik gut vorbereitet gewesen, sagt seine Frau Maya.

Albanien schlägt die Schweiz

Weit über 90 Prozent der Fan-Trikots, die von der Garantex bearbeitet werden, sind welche der Schweizer Nati. Kleinere Anteile gehen an Deutschland und Italien und ein kleiner Rest an Spanien, so Hübscher. Bei anderen Händlern in der Region sind die Schweizer Fan-Shirts im Hintertreffen: Der Renner dieser Euro sind die Albaner. Sowohl bei Piserchia in Basel als auch bei Visam in Liestal oder in der Atleticum-Filiale gehen die Doppeladler-Shirts weg wie warme Brötchen. Diese Händler bieten auch Aufdrucke an.

«Es ist noch kein klarer Trend ersichtlich. Die meisten warten damit wohl noch, bis die EM angefangen hat», sagt Visam-Geschäftsführer Vincenzo Leanza. So ist etwa noch nicht absehbar, wer das Bruder-Duell in der Familie Xhaka gewinnen wird. Bei Atleticum in Basel gibt es derweil schon einen Spitzenreiter: Derzeit ist das Nati-Goalie Yann Sommer, wie das Unternehmen auf Anfrage mitteilte.

Schweizweit führt Cristiano Ronaldo die Hitliste an, gefolgt von Shaqiri, Lichtsteiner und Embolo. Mit einem Exploit an der EM könnte sich das Basler Supertalent bis Turnierende an die Spitze kicken.

Fussball-Fieberkurve ist noch flach

Allerdings: Die grosse Euro-Euphorie ist zehn Tage vor Anpfiff noch nicht ausgebrochen. Die Nachfrage sei noch verhalten, berichten mehrere Sportartikelhändler auf Anfrage. Ganz anders war das vor acht Jahren, als die Europameisterschaft in der Schweiz und Österreich stattgefunden hat. Damals habe die Garantex innert drei Wochen 200'000 Einheiten bearbeiten müssen.

«Alles von Genf bis Wien kam zu uns. Heute ist es nur ein Bruchteil», sagt Hans Hübscher. Nun wird mit grosser Sorgfalt gearbeitet. Nach dem Drucken werden die Trikots alle kontrolliert und danach noch stichprobenartig überprüft. «Eine falsche Nummer ist ein absolutes No-Go», so Maya Hübscher.

Entsprechend ist der Fokus der Garantex-Mitarbeitenden während der Spiele nicht auf dem Ball. «Wenn ich einen Match schaue, achte ich nur auf die Trikots», schmunzelt Mitarbeiterin Sarra Ghebret beim Drucken von Uefa-Badges.

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