Aktualisiert 24.05.2011 13:25

Verfügbares Einkommen

Wo die Schweiz am günstigsten ist

Nicht überall ist das Leben gleich teuer. Doch wo bleibt einem nach Abzug aller Zwangsabgaben am meisten in der Tasche? Spitzenreiter ist neu der Kanton Uri, am teuersten ist Genf.

von
sas

Der Kanton Zug ist das Schweizer Steuerparadies. Doch tiefe Steuern allein sind noch lange kein Garant dafür, dass Ende Monat viel Geld in der Tasche bleibt. Die finanzielle Attraktivität einer Region wird nämlich auch von der Höhe der Wohnkosten – Zug ist eine «Miethölle» – den Krankenkassenprämien, Familienzulagen und den Kosten fürs Pendeln beeinflusst.

Was nach Abzug dieser Kosten bleibt, ist das frei verfügbare Einkommen. Die Grossbank Credit Suisse hat in ihrer neusten Erhebung nach 2006 und 2008 fürs Jahr 2011 erstmals die Kosten fürs Pendeln ins nächstgrössere Zentrum berücksichtigt. Die fürs Reisen aufgewendete Zeit – die sich nur schwer in Franken fassen lässt – wurde nicht berücksichtigt.

Uri top, Genf Flop

Unter dem Strich am meisten in der Tasche bleibt einem durchschnittlichen Mittelstandhaushalt erstaunlicherweise im Kanton Uri. Der Grund für den Aufstieg des Bergkantons sind seit 2009 stark reduzierte Steuern und weiterhin tiefe Mieten. Die Flat-Rate-Tax hat die Urner von Rang 11 auf den ersten Rang gespült. Der Sieger aus der Berechnung von 2008, der Kanton Appenzell Innerrhoden, fiel auf Rang drei zurück. Rang zwei im neusten CS-Ranking belegen die Glarner.

Nichts verändert hat sich am Schluss des Klassements: Auf den Plätzen 20 bis 26 sind dieselben Kantone klassiert wie in der Erhebung von 2008. Lediglich auf die Ränge 19 und 22 schaffen es Zürich und Zug. Finanziell am wenigsten attraktiv sind die Kantone Waadt, Basel-Stadt und das Schlusslicht Genf. Boden verloren haben Schwyz und Solothurn. Der Grund: Krankenkassenprämien und Steuerbelastung sind im Vergleich mit der «Konkurrenz» gestiegen.

Wegen Umzug 14 Prozent mehr in der Tasche

Hohe Mieten und Immobilienpreise sowie – besonders in der Westschweiz – hohe obligatorische Ausgaben verteuern das Leben in den Zentren. Viel Geld sparen lässt sich laut den Berechnungen der Studienautoren mit einem Umzug in ländlichere Gemeinden – trotz höherer Kosten für den Arbeitsweg. Besonders attraktiv sind die Agglomerationen der Kantone Schaffhausen, Schwyz und Solothurn, da sich die Distanz zu den grossen Arbeitsmarktzentren in Grenzen hält.

Viel sparen lässt sich laut eine Beispiel der CS mit einem Kantonswechsel. Zieht ein alleinstehender Mann mit einem Jahreseinkommen von 75 000 Franken von seinem Arbeitsort Genf nach Lausanne (VD) und pendelt dafür pro Tag eine Stunde, vergünstigt sich sein Leben um 14 Prozent. In Lausanne bleiben dem Mann 29 300 Franken zur freien Verfügung, in Genf lediglich 25 700 Franken.

Hier lebt es sich am günstigsten

Frei verfügbares Einkommen 2011, ohne Pendelkosten (RDI-Indikator)

RangKantonJahr 20081.Uri11.2.Glarus3.3.Appenzell Innerrhoden1.4.Obwalden2.5.Thurgau4.6.Appenzell Ausserrhoden5.7.Schaffhausen8.8.St. Gallen13.9.Nidwalden9.10.Graubünden12.11.Schwyz6.12.Solothurn7.13.Luzern17.

Quelle: Credit Suisse Economic Research

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