Aktualisiert 19.03.2013 05:05

Mehr Umsatz im Web

Wo die Schweizer am liebsten online einkaufen

Der Umsatz im Schweizer Online-Handel nimmt weiter zu. Der grosse Überflieger ist der deutsche Mode-Händler Zalando. An Terrain eingebüsst hat das Schweizer Online-Auktionshaus Ricardo.

von
Valeska Blank
Insgesamt 88 Prozent der Schweizer Internetnutzer kaufen dieses Jahr online ein: Der grosse Aufsteiger heisst Zalando.

Insgesamt 88 Prozent der Schweizer Internetnutzer kaufen dieses Jahr online ein: Der grosse Aufsteiger heisst Zalando.

Der Schweizer Online-Handel erreichte im Jahr 2012 einen Umsatz von gut 10 Milliarden Franken. Gegenüber dem Jahr 2010 ist das ein Plus von über 17 Prozent, wie eine neue Studie der Universität St. Gallen zeigt.

Insgesamt 88 Prozent der Schweizer Internetnutzer shoppen online. Am häufigsten auf «kaufen» geklickt haben sie im vergangenen Jahr bei Amazon: Fast 10 Prozent der Befragten gaben an, beim Online-Händler am meisten eingekauft zu haben.

Geballte «Werbe-Power» bei Zalando

Der grosse Gewinner heisst Zalando. Obwohl der Mode-Händler erst seit Herbst 2011 eine Schweizer Webseite betreibt, schafft er es bereits auf Platz zwei der beliebtesten Online-Shopping-Webseiten.

Rund 8,5 Prozent der Befragten gaben an, in den letzten zwölf Monaten am meisten bei Zalando gekauft zu haben. Studienautor Thomas Rudolph führt das einerseits auf die «geballte Werbe-Power» zurück, andererseits auf die kostenlosen Lieferungen und die Gratis-Rücksendungen. Bei den weiblichen Befragten belegt Zalando sogar den Spitzenplatz.

Unter der wachsenden Präsenz des deutschen Start-ups leiden dürften vor allem traditionelle Schuhläden. In Deutschland habe das starke Wachstum von Zalando die Branche verändert – zahlreiche Schuh-Ketten hätten grössere wirtschaftliche Probleme, so Rudolph. «Auch für Schweizer Ketten dürfte der Wind wegen Zalando um einiges rauer geworden sein.»

Ricardo büsst Spitzenplatz ein

Grosser Verlierer war in den vergangenen zwei Jahren das Online-Auktionshaus Ricardo. Lag es bei der letzten Erhebung vor zwei Jahren noch auf Platz eins der beliebtesten Online-Shops, erreichte es dieses Jahr nur noch Platz drei. Auch diesen Abstieg begründet Rudolph mit der Abwanderung von Schweizer Käufern auf ausländische Webseiten, wo sie einen günstigeren Preis erwarten. «Einkaufstourismus ist auch im Online-Handel zu beobachten», sagt er.

An Boden gut gemacht hat hingegen der Schweizer Elektronik-Anbieter Digitec. Seine Stärke liegt laut Rudolph darin, dass er neben dem Online-Handel zusätzlich acht stationäre Filialen betreibt. Digitec schafft es auf Platz sechs der beliebtesten Online-Shops, gefolgt von Ex Libris. Der auf Musik, Videospiele und Bücher spezialisierte Online-Händler CeDe erreicht trotz grosser internationaler Konkurrenz Platz zehn.

Flugtickets und Reisen

Verglichen mit dem Zeitraum zwischen 2008 und 2010 ist das aktuelle Umsatzplus im Online-Handel von 17 Prozent fast schon bescheiden: Vor zwei Jahren hatte ein Zuwachs von 47 Prozent resultiert. Das tiefere Wachstum wird in der Studie unter anderem mit dem starken Franken begründet. «Der günstige Euro-Wechselkurs hat mehr Kunden in den stationären Handel über der Grenze gelockt», sagt Studienautor Thomas Rudolph.

Am liebsten im Internet kaufen die Schweizer Flugtickets und Ferienreisen. An dritter Stelle stehen Eintrittskarten für Veranstaltungen. Auch Unterhaltungselektronik, Bahnbillette und Bücher stehen hoch in der Gunst von Online-Kunden.

Hier kauften Schweizer Online-Shopper am häufigsten ein

RangWebsite%1Amazon9.49%2Zalando8.33%

3ricardo.ch6.25%4easyJet5.09%5eBay4.63%6digitec.ch4.01%7exlibris.ch3.55%8ebookers2.78%9iTunes2.31%10CeDe2.08%

Quelle: Universität St. Gallen

Fehler gefunden?Jetzt melden.