Gammelhäuser: Wo gehen die Junkies und Drogendealer nun hin?
Aktualisiert

GammelhäuserWo gehen die Junkies und Drogendealer nun hin?

Ende Jahr werden die Gammelhäuser an der Neufrankengasse geräumt. Was mit den Junkies und Drogendealern passiert, steht noch in den Sternen.

von
Jennifer Furer

20 Minuten besuchte die Gammelhäuser und deren Anwohner Mitte Oktober. (Video: jen/ced)

Drogendealer, Junkies, herumliegende Möbel und fast täglich Polizeieinsätze: Einen Monat vor der Räumung der Gammelhäuser an der Neufrankengasse scheinen sich die Zustände in und rund um die Problemliegenschaften nicht zu verbessern – im Gegenteil: Einige Anwohner berichten von noch schlimmeren Bedingungen.

Verwalter Sherry Weidmann weiss über die Zustände Bescheid: «Wir kommen nicht mehr nach mit Räumen», sagt er. Die Mieter würden die Möbel beim Umzug einfach vor die Liegenschaft werfen. «Wir machen, was wir können, um Ordnung herzustellen», so Weidmann weiter. Bezüglich der Drogendealer sagt er: «Jetzt wird es kalt, jetzt kommen Drogendealer und Junkies von überall.»

Situation hat sich verschärft

Die Stadtpolizei Zürich sei an der Neufrankengasse stark präsent: «Wir gehen im Rahmen der Verhältnismässigkeit und der personellen Möglichkeiten auch dort gegen die Drogenszene vor», sagt Sprecher Marco Cortesi. «Aber wir müssen einen Beweis erbringen, dass gedealt wird. Das ist oft schwierig», sagt Cortesi weiter. Wenn dieser erbracht werden kann, handle die Stadtpolizei.

Über Jahre hinweg war die Neufrankengasse ein zentraler Treffpunkt für Drogendealer und Junkies. Seit der Räumung der Gammelliegenschaft an der Magnusstrasse im Juni dieses Jahres hat sich die Situation noch verschärft.

Wo gehen die Drogendealer hin?

Es drängt sich nun die Frage auf, wohin sich diese Szene Ende Jahr verlagert, wenn die Liegenschaften geräumt werden: «Da wir viele dieser Leute nicht kennen, wissen wir das nicht. Aber sie werden irgendwo anders wieder auftauchen», sagt Michael Rüegg, Kommunikationsleiter des Sozialdepartements der Stadt Zürich. Denn sie würden in der Regel gut Bescheid wissen, wo sie in der Stadt Zürich eine Anlaufstelle finden können.

Bekannt sind der Stadt hingegen die Sozialhilfebezüger, die einen Grossteil der Mieterschaft an der Neufrankengasse ausmacht: «Viele haben bereits neue Wohnungen gefunden», sagt Rüegg. Andere hätten mehr Unterstützung von den Sozialdiensten nötig, um eine neue Bleibe zu finden. Dennoch schaut das Sozialdepartement der Räumung mit einem guten Gefühl entgegen: «Die Situation sollte sich bald verbessern.»

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Ende Jahr wird die Neufrankengasse geräumt. Nun entsorgen Mieter ihre Möbel vor der Liegenschaft.

Ende Jahr wird die Neufrankengasse geräumt. Nun entsorgen Mieter ihre Möbel vor der Liegenschaft.

Leser-Reporter
Die Liegenschaft gehört Immobilienbesitzer Peter S. (Bild). Er und zwei seiner Mitarbeiter sind aus der Haft entlassen worden. Noch in U-Haft befindet sich der libanesische Hauswart von drei seiner Liegenschaften.

Die Liegenschaft gehört Immobilienbesitzer Peter S. (Bild). Er und zwei seiner Mitarbeiter sind aus der Haft entlassen worden. Noch in U-Haft befindet sich der libanesische Hauswart von drei seiner Liegenschaften.

Tilllate / Bearbeitung 20M
Verhaftet wurden die vier wegen des Verdachts auf Mietwucher. S. ist unter anderem Besitzer dieser beiden Wohnblöcke an der Neufrankengasse.

Verhaftet wurden die vier wegen des Verdachts auf Mietwucher. S. ist unter anderem Besitzer dieser beiden Wohnblöcke an der Neufrankengasse.

rom

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