Abwasser-Analyse: Wo hats die meisten Koksnasen?
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Abwasser-AnalyseWo hats die meisten Koksnasen?

Eine Studie der Universität Bern zeigt: In der Schweiz wird viel mehr gekokst als bisher angenommen.

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kub/jcg
Schnee im Umlauf.

Schnee im Umlauf.

Drei Prozent der Berner zwischen 16 und 64 Jahren schnupfen täglich eine Linie Kokain, das zeigt ein Pilotprojekt der Universität Bern. Das sind 4000 Personen. Damit liege der Anteil der Konsumenten dreimal so hoch wie bislang geschätzt, schreibt die «SonntagsZeitung».

Die Uni Bern hatte im Sommer 2009 in fünf Schweizer Städten mehrmals das Abwasser auf Kokainspuren untersucht. Die Untersuchung fand in Zusammenarbeit mit dem Gewässer- und Bodenschutzlabor des Kantons Bern statt, das über ein hochempfindliches Analysegerät verfügt, das selbst Suchtstoffe von einem Milliardstelgramm pro Liter erkennt. Das grösste Problem der Forscher war, eine Abwasser-Vergleichsprobe zu finden, die keine Kokainspuren enthält. In der Kläranlage Därligen am Thunersee wurden sie schliesslich fündig.

Die Untersuchung beweist, dass am Wochenende öfters gekokst wird, als unter der Woche. Bei nationalen Events wie dem dreitägigen Gurtenfestival im Juli schnellt der Konsum um weitere 50 Prozent hoch. Den absoluten Spitzenwert gabs in Zürich: Während der Streetparade im August. Ein Liter Abwasser enthielt fast 3 Mikrogramm des Kokain-Hauptabbauprodukts Benzoylecgonin. Das ist doppelt so hoch wie an einem normalen Wochenende.

Das Kokain boomt, zeigt sich auch an der Statistik der Beschlagnahmungen: 2009 konfiszierte die Polizei in der Schweiz 556 Kilogramm des Betäubungsmittels. Auch das ein Rekordwert.

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