Schlag gegen Rebellen: Wo ist Venezuelas Staatsfeind Nummer 1?

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Schlag gegen RebellenWo ist Venezuelas Staatsfeind Nummer 1?

Er feuerte aus einem Helikopter auf Regierungsgebäude. Jetzt hat die Armee den Ex-Polizisten Óscar Pérez aufgespürt. Ein Video zeigt den Rebellen blutüberströmt.

von
gux

Auf Social Media meldete sich Pérez aus seinem Unterschlupf, blutend und bewaffnet.

Venezolanische Spezialeinsatzkräfte haben eine Gruppe Aufständischer gestellt, die vom als Staatsfeind Nummer eins gesuchten Ex-Polizisten Óscar Pérez angeführt wurde. Die «Terrorzelle», die bewaffneten Widerstand geleistet haben soll, sei ausgeschaltet und fünf Kriminelle festgenommen worden, teilte das Ministerium für Innere Angelegenheiten mit.

Ob Pérez bei dem Kampf getötet oder festgenommen wurde, war zunächst unklar. Allein CNN meldet, dass der 36-Jährige bei den Gefechten umgekommen sei. Der Sender beruft sich auf eine Regierungsquelle.

«Sie lassen nicht zu, dass wir uns stellen!»

Zuvor postete Pérez ein Video, das ihn blutüberströmt zeigt. Er und seine Mitkämpfer werden hörbar beschossen. Er und seine Gruppe würden sich in einem Haus in den Bergen in der Nähe von Caracas versteckt halten und nun von Einsatzkräften beschossen, beschreibt er die dramatische Lage.

«Hört auf zu schiessen, hier sind Frauen und Kinder!», ruft Pérez. Er wolle sich der Polizei stellen, sagt er, doch «sie lassen nicht zu, dass wir uns stellen!». Und: «Wir schiessen nicht, sie aber nehmen uns weiter unter Feuer!»

Mit Helikopter Regierungsgebäude beschossen

Er ruft die Bevölkerung auf, weiterhin gegen die sozialistische Regierung zu kämpfen. Diese wiederum liess nach dem Einsatz mitteilen, dass «jeder, der den Pfad des Terrors geht und gegen die Republik und das Volk zu den Waffen greift, schnell die Antwort von Armee und Polizei» erhalte.

Pérez, ehemaliger Polizist, Pilot, Schauspieler und Hundetrainer, hatte letzten Juni international für Schlagzeilen gesorgt, als er einen Militärhubschrauber stahl und Granaten auf zwei Regierungsgebäude in Caracas abfeuerte. Seitdem war er zwar untergetaucht. Er veröffentlichte aber immer wieder Videos, in denen er zum Aufstand gegen den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro aufrief.

«Wir haben Hunger»

In den vergangenen Wochen wurden bei Unruhen wegen Lebensmittelknappheit mindestens drei Menschen getötet. Ein 17-Jähriger wurde während einer Demonstration erschossen, wie der Bürgermeister von Arapuey, Silvio Luis Torres, sagte. Am Donnerstag wurden zwei weitere Personen von Schüssen getroffen, als Wartende für Lebensmittel anstanden.

Der Präsident des Rinderzüchterverbands sagte, mindestens zwei Bauernhöfe seien überfallen worden. Der Mob habe Kühe geschlachtet. Ein Abgeordneter der Opposition postete auf Twitter ein Video, auf dem Dutzende Menschen eine Kuh mit Steinen attackieren, und schrieb dazu: «Wir haben Hunger.»

Das sozialistisch regierte Venezuela steckt trotz seines Ölreichtums in einer tiefen Wirtschaftskrise mit galoppierender Inflation.

Präsident Maduro kündigte jetzt auch Untersuchungen gegen Priester der katholischen Kirche an, da sie kritische Kommentare über die Regierung abgegeben haben sollen. Damit hätten sie sich möglicherweise eines Hassverbrechens schuldig gemacht, sagte Maduro. Er forderte die Staatsanwaltschaft und den Obersten Gerichtshof des Landes zu Ermittlungen auf, nannte die Namen der betroffenen Geistlichen aber zunächst nicht.

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