Sportverhalten: Wo Migranten ins Schwitzen kommen
Aktualisiert

SportverhaltenWo Migranten ins Schwitzen kommen

Migranten spielen Fussball, Migrantinnen treiben kaum Sport. Dies zeigt eine neue Studie. Anzutreffen sind Männer wie Frauen vor allem an einem Ort.

von
Marius Egger
Migranten mögen Fussball

Migranten mögen Fussball

Die Zukunft der Nationalmannschaft gehört den Secondos. Das hat sich nicht erst an der U-17 Weltmeisterschaft gezeigt, wo die Junioren-Nati - hauptsächlich aus Migrationskindern zusammengewürfelt – der Schweiz den ersten Weltmeistertitel bescherte. Jeder fünfte Migrant in der Schweiz spielt mittlerweile Fussball, wie eine Studie über das Sportverhalten von Migrationskindern zeigt, die heute präsentiert wurde. Bei Migranten aus Südeuropa, dem Balkan, der Türkei und Osteuropa rennt gar jeder dritte dem runden Leder nach.

Fussball-Vereinen kommt gemäss der Studie denn auch eine grosse Bedeutung in der Integrationsarbeit zu. Immerhin hat bereits jeder dritte Fussballer in den Vereinen einen ausländischen Pass.

Mädchen mögen es gemütlich

Während Nassim, Haris und Pajtim auf dem grünen Rasen den Puls hochtreiben, geht es beim weiblichen Pendant weit weniger sportlich zu und her. Mehr als ein Drittel der ausländischen Mädchen verzichtet in der Freizeit gänzlich auf Sport oder sportliche Alltagsaktivitäten. Damit liegt die sportliche Inaktivität zweieinhalb Mal höher als bei den einheimischen Mädchen. Der Vergleich bei den Jungs ist hingegen ausgeglichen.

Die Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund profitieren allgemein deutlich weniger von den positiven Effekten des Sports im Allgemeinen und des Vereinssports im Besonderen. Letzteres zeigt sich auch darin, dass die sporttreibenden Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund in der Mehrzahl im Fitnessstudio, beim Joggen oder beim Tanzen schwitzen.

Während die Migrationsbevölkerung aus Nord- und Westeuropa ähnlich sportlich ist wie die Schweizer Bevölkerung, sind jene mit Herkunft Balkan, Türkei und Osteuropa weniger sportlich. Unterschiede zeigen sich zudem beim Bildungshintergrund: Beinahe zwei Drittel der Migrationsbevölkerung mit tiefer Bildung ist sportlich nicht aktiv.

Pack die Badhose ein

Eine Gemeinsamkeit zeigte sich in der Studie unter den Migrantinnen und Migranten dann doch noch: Freibäder sind sowohl bei den Frauen als auch den Männern überdurchschnittlich beliebt.

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