Von Holland bis Australien: Wo Schweizer Fussballer kicken
Aktualisiert

Von Holland bis AustralienWo Schweizer Fussballer kicken

Stephan Keller hat während seiner Fussballerkarriere in der halben Welt gespielt. Der 31-jährige Zürcher ist aber nur einer von momentan 81 Ausland-Schweizern.

von
Herbie Egli

13 Jahre verbrachte Stephan Keller bei den GC-Junioren. Dort lernte der Stadtzürcher das Fussball-ABC. Im Alter von 20 Jahren zog es den Verteidiger zu Xamax bevor er über Kriens beim FC Zürich landete. Zwischenzeitlich war er sogar Captain. In jener Zeit stiess er mit der U21 an der Heim-EM bis ins Halbfinale vor. Keller gehörte also zur Generation der «Titanen» und durfte drei Mal in der A-Nati spielen. Seine letzte Schweizer Station hiess 2004 Aarau.

Danach zog es den Zürcher zum ersten Mal ins Ausland. Rot-Weiss Erfurt war Kellers neuer Arbeitgeber in Deutschland. Nur eine Saison später wechselte er mit 26 Jahren zum holländischen Erstligisten Waalwijk. Zwei Jahre darauf versuchte der Verteidiger sein Glück bei de Graafschap und seit Juli 2009 spielt Keller in Australien beim FC Sydney.

Italien und Deutschland am beliebtesten

Neben dem Zürcher Wandervogel sind gemäss «transfermarkt.de» 80 weitere Schweizer Fussballer im Ausland tätig. Die meisten davon im südlichen und nördlichen Nachbarland. 20 Spieler verdienen ihr Geld in italienischen Ligen. 14 davon in der Serie A. Darunter Gökhan Inler, Stephan Lichtsteiner und Reto Ziegler. Sogar in zwei Nachwuchsligen Italiens tummeln sich vier Eidgenossen wie zum Beispiel der 18-jährige Bruno Martignoni.

Ebenfalls 20 Schweizer verdienen ihr Geld in deutschen Ligen. Diego Benaglio, Tranquillo Barnetta und Eren Derdiyok sind drei von elf Spielern der Bundesliga. In den anderen drei Top-Ligen Europas – der englischen Premier League, der spanischen Primera Division und der französischen Ligue 1 - sind zusammen sechs Schweizer auszumachen.

Auch im Fürstentum Liechtenstein tummelt sich mit 14 Schweizern eine Heerschaft von Spielern. Die meisten spielen bei Vaduz, ein Teil bei Eschen/Mauren. Beide Vereine sind aber in Schweizer Ligen auf Punktejagd und daher zählen wir jene Spieler nicht zum Kontingent der Ausland-Schweizer.

Spieler im Niemandsland

Weitere Schweizer Spieler findet man auch in Ligen, die bei uns kaum Beachtung finden. So zum Beispiel in Zyperns Division A, in der Kategoria Superiore in Albanien, der Premijer Liga in Bosnien-Herzegowina oder der slowenischen Prva Liga.

Mitte Woche wurde bekannt, dass Argentinien Brasilien als grössten Spieler-Exporteur abgelöst hatte. Argentinische Vereine transferierten letzte Saison rund 1800 Spieler ins Ausland, während der Rekordweltmeister «nur» zirka 1440 Abgänge hatte.

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