Aktualisiert 05.06.2014 08:37

Putsch, Ausschreitungen, Terrorgefahr

Wo Schweizer in der Krise am liebsten hinfahren

Für viele beliebte Feriendestinationen der Schweizer hat das EDA Warnungen herausgegeben, die Reiseveranstalter müssen Angebote streichen. Hauptprofiteur ist Griechenland.

Terrorgefahr in Ägypten, Ausschreitungen in der Türkei, Militärputsch in Thailand: In mehreren beliebten Ferienzielen der Schweizer sind gerade Touristen besonders gefährdet. Für diese Destinationen hat das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) Reisewarnungen herausgegeben. Die Reiseanbieter haben ihr Angebot teilweise angepasst.

Die grösste Gefahr für Touristen besteht momentan auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel. «Es liegen Hinweise auf eine konkrete terroristische Bedrohung touristischer Ziele auf der Sinai-Halbinsel vor», schreibt das EDA in seinen Reisehinweisen zu Ägypten. Von Touristenreisen auf die Sinai-Halbinsel einschliesslich aller Badeorte – darunter der Dauerbrenner Sharm el-Sheikh – werde abgeraten.

Türkei trotz Protesten beliebt

Die Reiseanbieter haben diese Destinationen daher aus dem Angebot gestrichen. Weiterhin angeboten werden Ferien in Marsa Alam oder Hurghada. «Dorthin weichen manche Kunden aus», sagt Prisca Huguenin-dit-Lenoir von Hotelplan Suisse dem «St. Galler Tagblatt». Die Reisenden würden sich jedoch kurzfristig entscheiden. «Als wollten sie möglichst lange abwarten, um die politische Lage besser einschätzen zu können. Der Arabische Frühling hat das Verhalten der Kunden verändert.»

Vom Einbruch in Ägypten würden vor allem Spanien, Griechenland und die Türkei profitieren, geben Tui und Kuoni gegenüber der Zeitung bekannt. Doch auch für die Türkei hat das EDA Warnhinweise veröffentlicht: «In Istanbul, Ankara und in anderen Städten sind wiederholt Attentate verübt worden, die Tote und Verletzte gefordert haben. Auch Touristendestinationen waren von Anschlägen betroffen.» Grosse Menschenansammlungen und Demonstrationen seien zu meiden. Für die beliebte Ferienregion Antalya im Südwesten der Türkei gibt es jedoch keine Warnungen.

Ausgangssperre in Bangkok

Der Militärputsch in Thailand scheint die Reisenden nicht abzuschrecken. Umbuchungen habe es nur mit Ziel Bangkok gegeben, sagt Huguenin. Die meisten würden aber den friedlichen Süden mit der Insel Phuket ansteuern. Wer trotzdem in die Hauptstadt reist, solle die Ausgangssperre von Mitternacht bis 4 Uhr unbedingt beachten, schreibt das EDA.

Das Departement für auswärtige Angelegenheiten verfolge die Entwicklung der Sicherheitslage in den betreffenden Gebieten eng, sagt Sprecher Stefan von Below zu 20 Minuten. «Die EDA-Reisehinweise stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen, insbesondere auf Berichte unserer Botschaften und Konsulate vor Ort.» Es würden aber auch Informationen des Bundesamts für Polizei oder des Nachrichtendienstes in die Analyse mit einbezogen. «Die Reisehinweise werden laufend überprüft und angepasst, wenn sich die Lagebeurteilung ändert.»

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