Verschwunden: Wo sind all die Fische hin?
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VerschwundenWo sind all die Fische hin?

Im letzten Frühling haben Sportfischer 27 000 Forellenbrütlinge in einem Aufzuchtgewässer in der Linthebene ausgesetzt – in der Erwartung eines frohen Fanges. Daraus wurde aber nichts.

Der Sportfischerverein Linthkanal nutzt den rund drei Kilometer langen Bach beim Linthkanal bei Bilten GL als Aufzuchtgewässer, in dem letzten Frühling 27 000 Forellenbrütlinge platziert wurden. Als die Fischer die zu erwartenden 1000 bis 3000 einjährigen Jungfische mit dem Elektrogerät einfangen und andernorts aussetzen wollten, waren sie völlig perplex. Das Gewässer war praktisch fischleer.

So etwa habe er noch nie erlebt, das sei eine ganz erstaunliche Situation, sagte Daniel Luther, Vizepräsident des Sportfischervereins Linthkanal, am Dienstag der Nachrichtenagentur SDA. Zusätzlich irritierend sei, dass sich im Bach auch keine aus dem Zürichsee eingewanderten Fische mehr befänden. Normalerweise hielten sich mehrere hundert Tiere dort auf.

Gerade mal drei Fische

Lediglich drei Fische wurden laut Luther, einem gelernten Fischbiologen, noch festgestellt: ein kleiner Hecht, eine kleine Schleie sowie ein Rotauge. Die Fischer können sich keinen Reim auf das Verschwinden der sieben bis zwölf Zentimeter langen Sömmerlinge machen, zumal kein einziger toter Fisch gefunden wurde.

Ein Fischsterben sei weder beobachtet noch gemeldet worden, sagte Luther. Verschmutzungen durch Gülle seien zwar in den letzten Jahren vorgekommen, nie aber sei der ganze Bestand vernichtet worden. Dass natürliche Feinde wie Reiher oder Gänsesäger sämtliche Fische restlos aufgefressen haben könnten, wird als eher unwahrscheinlich beurteilt.

Des Rätsels Lösung erhoffen sich die Fischer von einem Zeugenaufruf. Personen, die in den letzten Wochen und Monaten Beobachtungen gemacht haben, die im Zusammenhang mit dem Verschwinden der Fische stehen könnten, sollen sich beim Sportfischerverein Linthkanal oder beim Glarner Fischereiaufseher melden. (sda)

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