Jugendgangs: «Wo sind denn die Eltern dieser Jugendlichen den ganzen Tag?»

Aktualisiert

Jugendgangs«Wo sind denn die Eltern dieser Jugendlichen den ganzen Tag?»

Dass sich die Anwohnerinnen und Anwohner Seebachs nicht sicher fühlen, weil sie regelmässig von Jugendgruppen angepöbelt werden, wundert die Community nicht. Sie zeigt sogar auf, dass das kein Einzelfall ist.

von
Deborah Gonzalez
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Jugendgang macht Seebach unsicher – die Community hat eine klare Meinung dazu, wie die Kommentare unter dem Artikel zeigen.

Jugendgang macht Seebach unsicher – die Community hat eine klare Meinung dazu, wie die Kommentare unter dem Artikel zeigen.

20min/ase
Leserinnen und Leser der 20-Minuten-Community zeigen, dass auch andere Orte mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben.

Leserinnen und Leser der 20-Minuten-Community zeigen, dass auch andere Orte mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben.

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Darum gehts

  • In Seebach kam es Ende 2022 zu einem Polizeieinsatz, nachdem Jugendliche versuchten, eine Person auszurauben. Laut eines Anwohners ist diese Jugendgruppe im Quartier bekannt, weil sie Angst und Schrecken verbreitet.

  • Wie Leserinnen und Leser der Community schreiben, ist Seebach kein Einzelfall. Auch in anderen Quartieren fühlen sich Menschen von Jugendgruppen bedroht.

  • Die Mehrheit der Kommentierenden hat eine klare Meinung: Es muss etwas unternommen werden.

«Wenn man an ihnen vorbeigeht und versucht, sie in die Schranken zu weisen, werden sie sofort sehr aggressiv», erzählt ein Anwohner Seebachs. In diesem Zürcher Quartier treiben mehrere Dutzend Jugendliche ihr Unwesen. Sie pöbeln herum und beleidigen Passanten. Weiter sagt er, dass für die meisten Leute klar sei, dass man diese Jugendlichen nicht «falsch» oder zu lange anschauen und ihnen nicht in die Quere kommen dürfe. «Es ist eine regelrechte Rudelbildung. Die älteren Leute im Quartier fürchten sich vor den Kindern.» 

Viele Leserinnen und Leser der Community geben der Politik die Schuld an dem wachsenden Problem. Einige zeigen auch auf, dass solche Vorfälle nicht nur in Seebach vorkommen. Hier findest du eine Auswahl der Kommentare. Weitere Meinungen kannst du im Artikel lesen.

«Gleichgültigkeit der Politik»

Theres2 ist eine der Leserinnen, die die Politik in Zugzwang sieht. Sie schreibt: «Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, sagt ein Sprichwort. Aber wo kein politischer Wille ist, gibt es auch keine Lösung.» Dr-g sieht es ähnlich: «Diese Situation haben wir dank jahrelanger bürgerlichen Mehrheiten in sämtlichen Gremien! Es geht ja immer um möglichst tiefe Steuern – und da fehlt halt Geld für Sicherheit, Bildung und Kultur.»

Hast du auch Erfahrungen mit Jugendbanden gemacht?

Weiter schreibt er: «Wenn die Jungen nichts zu tun haben, beginnen sie, sich halt daneben zu benehmen! Soll keine Entschuldigung für ihr Verhalten sein, aber ohne Perspektive wird das nicht besser.» ConnyM. pflichtet ihm bei: «Stillgelegte Polizeiposten, gekündigtes oder gekürztes Sicherheitspersonal, dunkle Quartiere und Wege zwecks Stromspargründen.» Sie fragt: «Gibt es noch mehr Gleichgültigkeit einer Landes- und Regionalpolitik der Bevölkerung gegenüber?»

«Die Eltern sind schuld»

Jedoch nicht alle Mitglieder der Community sehen die Politik als Schuldtragenden. Ofelia1879 etwa findet, dass die Eltern zur Rechenschaft gezogen werden sollten: «Eltern sind verantwortlich für ihre Kinder! Wo sind die denn den ganzen Tag?» _Leseer007_ sieht es genauso: «Auch wir haben damals mit 13-14 Jahren rumgepöbelt. Aber wir hatten Grenzen und noch Respekt vor Älteren. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass meist die Eltern die Schuld tragen. Sie verbringen zu wenig Zeit mit ihren Kindern und wissen meistens nicht, was die so treiben. Ausserdem sind es auch Filme, Netflix und die sozialen Medien, die Gewalt, Verantwortungslosigkeit und die rebellische Art vorleben.»

«Das passiert auch an anderen Orten»

Andere Leserinnen und Leser wie nonamexx fordern mehr Polizeieinsätze. Aizuluna geht noch etwas weiter. Sie findet: «Es sollten viel höhere Strafen ausgestellt werden.» Massenmedienswag ist der Meinung, dass diese Vorfälle ein Thema für die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB) sein sollte: «Man muss den Eltern das Sorgerecht für das Kind wegnehmen. Dann ist ein Vormund für das Kind zuständig.»

In den Kommentaren geht es aber nicht nur darum, wer schuld an dem Problem ist, oder welche Lösungen es dafür gibt. Andere Leserinnen und Leser weisen darauf hin, dass solche Vorfälle nicht nur in Seebach vorkommen. So schreibt Lindenbluete: «Auch in Schwamendingen wird man am Schwamendingen-Platz oder aber ab Bhf. Stettbach von Gruppen nachts angemacht.»

Rungvisai erzählt von einem Erlebnis eines Kollegen: «Mein Freund war vor kurzem beim Zürcher HB, um mit dem Zug nach Hause zu fahren. Er war angetrunken, hat aber sofort gemerkt, dass ihm zwielichtige Typen gefolgt sind, um ihn wahrscheinlich auszurauben – die Überwachungskameras haben die Jungs nicht einmal interessiert.» 

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