Aktualisiert 11.01.2010 19:05

Verdorbenes Fleisch

Wo überall landete Berner Gammel-Schinken?

Das Berner Kantonslabor hat in Industriemetzgereien verdorbenen Schinken gefunden. Zu den Kunden der Grüsel-Metzger gehören auch Grossverteiler.

von
Nina Jecker

Kochpökelware wie Schinken oder Hamme verdirbt oft schon vor Ablauf der Haltbarkeitsfrist, wie Tests des Berner Kantonslabors zeigten. Neben 21 Dorfmetzgereien wurden auch sechs industrielle Betriebe unter die Lupe genommen, die in die ganze Schweiz und teil­weise ins Ausland liefern. «Letztere schnitten besonders schlecht ab», so Kantonschemiker Otmar Deflorin. Ob der Gammel-Schinken auch in den Regalen von Grossdetaillisten gelandet ist, bleibt aber unklar. Bei Migros ist man denn auch überzeugt, nicht betroffen zu sein: «Wir haben eigene Richtlinien, die wir selbst überprüfen», sagt Sprecherin Nathalie Eggen. Auch Denner, Coop, Aldi und Lidl gaben auf Anfrage an, es habe bei ihren Eigenkontrollen keine Auffälligkeiten gegeben.

Bei den rund 70 vom Labor untersuchten Proben handelt es sich um Vorder- und Hinterschinken sowie Burehamme. «Ein Drittel davon mussten wir aufgrund der Keimbelastung als ungenügend einstufen, jede zehnte Probe war sogar schon verdorben», so Deflorin. Die Gründe seien meist zu optimistische Verbrauchsfristen der Hersteller sowie Unsorgfältigkeiten beim Aufschneiden, Verpacken und Lagern der Ware. Die betroffenen Betriebe mussten eine Verwarnung einstecken und dürfen ihre Produkte nun nur noch vier Tage haltbar deklarieren. Fällt ein Betrieb bei künftigen Tests erneut durch, drohen Bussen bis zu 1000 Franken.

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