Barça im Elend: Wo war Messi?
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Barça im ElendWo war Messi?

Es war, als gäbe es ihn gar nicht: Lionel Messi war im Champions-League-Spiel gegen Milan während 90 Minuten kaum vorhanden. Die Italiener haben den Zauberfloh total ausgeschaltet.

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Lionel Messi ist die Lebensversicherung des FC Barcelona. Läuft es den Katalanen nicht, ist es im Normalfall der begnadetste Fussballer der Welt, der für seine Teamkollegen in die Bresche springt. Nicht so beim 0:2 im CL-Achtelfinal-Hinspiel gegen Milan. Für einmal stand der 25-jährige Argentinier neben sich. Ein seltenes Bild.

Nichts lief für Barcelona, es war ein Horror-Auftritt im San Siro, über den am Tag danach die ganze Fussballwelt spottet. Und es liegt auf der Hand, dass die Kritiker auch vor Superstar Lionel Messi nicht Halt machen – er war das Symbol der Niederlage. Wie seine Mitspieler fand der Ausnahmekönner keine Lösung auf die Spielweise der Rossoneri. Auch als sich der 1,69 m kleine Argentinier in das Mittelfeld zurückfallen liess, konnte er seine Bewacher nicht abschütteln. Auf dem Flügel bekam Messi zwar ab und zu den Ball, doch er blieb mit seinen Dribblings hängen.

Mexes und Co. verrichten Glanzarbeit

Ob der Argentinier wirklich einen schlechten Tag oder sich die Milan-Defensive einfach zu gut um den Wunderknaben gekümmert hatte, ist schwer zu sagen. Fakt ist: In der Obhut von Innenverteidiger Philippe Mexes und seinen Defensivkollegen hatte Messi einen schweren Stand. Er schoss nur zweimal in Richtung Keeper Christian Abbiati, einer dieser Versuche war ein Freistoss.

Natürlich muss auch die Leistung seiner Offensiv-Kollegen und der Defensive diskutiert werden. In den letzten zehn Spielen blieben Gerard Piqué & Co. nicht ohne Gegentreffer – zuletzt sechsmal in Folge in der Liga. Diese Schwachstelle vermochte das Starensemble um Interimscoach Jordi Roura, der weiter für den erkrankten Tito Vilanova im Einsatz steht, stets zu kaschieren.

Messis vier Tore gegen Osasuna

24 Tore in 14 Spielen

Oder besser: Messi tat es. 24 Treffer in den letzten 14 Liga-Spielen lautet die unheimliche Bilanz der Nummer 10 – siebenmal ein Doppelpack, einmal gar vier Tore und sonst je ein Treffer pro Spiel waren es, um ganz genau zu sein. Nicht nur das. Mehrmals drehte Messi die Partie nachdem sich Barça einen Rückstand gehandelt hatte. So vergangenes Wochenende, als der Leader in Granada bei Spielmitte 0:1 zurücklag.

Obwohl seine Mitspieler – Pedro: «Wir haben ein sehr starkes Team und ich glaube nicht, dass wir abhängig von Messi sind» – ständig beteuern, dass sie es auch ohne ihn können, sind die Katalanen mehr denn je abhängig von ihrem Zauberfloh und werden es auch in drei Wochen wieder sein, wenn Milan am 12. März mit breiter Brust zum Rückspiel im Camp Nou antritt.

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