Mike Pence' Haus: Wo wohnt eigentlich der Vizepräsident?
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Mike Pence' HausWo wohnt eigentlich der Vizepräsident?

Haben Sie sich schon mal gefragt, wo der Vizepräsident der Vereinigten Staaten wohnt? Ein Tipp: Es ist nicht das Weisse Haus.

von
M. Steiger
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Eines der ersten Bilder des Vizepräsidenten-Hauses: Hier gehörte es noch dem Chief of Naval Operations, also dem Oberhaupt der Marine.

Eines der ersten Bilder des Vizepräsidenten-Hauses: Hier gehörte es noch dem Chief of Naval Operations, also dem Oberhaupt der Marine.

White House Museum
Das Haus im Queen-Anne-Stil wurde bereits 1893 gebaut, war aber bis 1974 für den Chef der Marine reserviert. Seit 1975 ist es die «temporäre Residenz des Vizepräsidenten».

Das Haus im Queen-Anne-Stil wurde bereits 1893 gebaut, war aber bis 1974 für den Chef der Marine reserviert. Seit 1975 ist es die «temporäre Residenz des Vizepräsidenten».

White House Museum
Die Aussenansicht des Hauses hat sich in den vergangenen Jahrzehnten allerdings nur unwesentlich verändert.

Die Aussenansicht des Hauses hat sich in den vergangenen Jahrzehnten allerdings nur unwesentlich verändert.

Haben Sie auch immer vermutet, dass der Vizepräsident der Vereinigten Staaten irgendwo im Weissen Haus wohne? Natürlich ist die Mehrheit der Räumlichkeiten für den Präsidenten reserviert, aber irgendwo, in irgendeinem entfernten Flügel, ist doch sicher sein Stellvertreter untergebracht. Oder?

Änderung nach Kennedy

Ursprünglich lebte der Vize schlicht in seinem eigenen Haus – oder in einer extra gekauften Residenz irgendwo in Washington. Nach dem tödlichen Attentat auf John F. Kennedy, den 35. Präsidenten der USA, entschied der Kongress, dass der Vizepräsident eine offizielle – und damit besser geschützte –Adresse braucht.

Aber woher nehmen? Zu Zeiten des Vietnamkriegs fehlten Zeit und Ressourcen, um ein so prestigeträchtiges Projekt in Angriff zu nehmen. Bis zur Präsidentschaft von Richard Nixon ging der Secret Service also dazu über, für viel Geld die Privathäuser der Vizepräsidenten zu sichern.

Nixon und das Provisorium

Nixons Vizepräsident, Spiro Agnew, verkaufte 1973 sein Privathaus mit Gewinn – dank diverser von der Regierung bezahlter Renovationen und Ausbauten. Das kam bei den Steuerzahlern schlecht an, und so musste schnell eine Lösung gefunden werden – schliesslich war noch immer kein Vizepräsidentenhaus gebaut.

Die Wahl fiel schnell auf das «Admiral's House» am Number One Observatory Circle. Es sollte ein Provisorium sein, bis eine bessere Lösung gefunden sein würde. Bis heute gilt das Haus laut Gesetz als «temporäre Unterkunft für Vizepräsidenten» – und das, obwohl seit mehr als 40 Jahren jeder einzelne der sieben Vizepräsidenten dort wohnte.

Für Rockefeller war es zu klein

Im September 1975 wurde das Haus offiziell zur Residenz des Vizepräsidenten erklärt. Nelson Rockefeller, der den Posten des Stellvertreters zu dieser Zeit innehatte, wollte aber nicht dort wohnen – es war ihm zu klein, zu schlicht.

Trotzdem haben Rockefeller und seine Frau Millionen in Reparaturen und Einrichtung investiert. Der erste Vize, der davon profitieren sollte, war Walter Mondale unter Jimmy Carter. Seit damals hat keiner mehr das Haus abgelehnt.

Gross und luxuriös

Kein Wunder: Das Haus am Observatory Drive hat einiges zu bieten. Es hat einen fast 50 Quadratmeter grossen Fitnessraum, einen Swimming- und Whirlpool und einen eigenen Golfplatz. Die Einrichtung ist im Kolonialstil gehalten, Sitzpolster und Tapeten wurden aber je nach Geschmack des Besitzers ersetzt. Die gesamte Wohnfläche beträgt rund 850 Quadratmeter.

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