Begegnung am Piz Beverin - Wölfe verfolgen Wanderer – nun will Graubünden sie abschiessen lassen
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Begegnung am Piz BeverinWölfe verfolgen Wanderer – nun will Graubünden sie abschiessen lassen

Am Piz Beverin hatte erstmals eine Gruppe Wanderer eine sehr nahe Begegnung mit Wölfen. Da auch eine Hirtin in der Region schon Ähnliches erlebt hatte, will der Kanton Graubünden nun handeln.

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Wölfe sorgten im Kanton Graubünden in den letzten Tagen mehrmals für Aufregung.

Wölfe sorgten im Kanton Graubünden in den letzten Tagen mehrmals für Aufregung.

20min/News-Scout
Dieser Wolf gehört zum Calanda-Rudel.

Dieser Wolf gehört zum Calanda-Rudel.

Amt für Jagd und Fischerei GR
Neun der zehn Wölfe des Calanda-Rudels bei einem Streifzug durchs Taminatal.

Neun der zehn Wölfe des Calanda-Rudels bei einem Streifzug durchs Taminatal.

Amt für Jagd und Fischerei Graubünden

Darum gehts

  • Nachdem vergangene Woche eine Hirtin am Schamserberg zweimal von Wölfen überrascht wurde und sogar ihr Hund angegriffen wurde, lief nun eine Gruppe Wanderer den Raubtieren über den Weg.

  • Beide Male soll es sich um Tiere aus dem Beverin-Rudel gehandelt haben.

  • Nun will der Kanton eine Abschussbewilligung für drei Jungtiere und deren Vater erreichen.

Am vergangenen Freitag hatte eine Gruppe Wanderer im beliebten Naturpark Beverin eine bedrohliche Begegnung, wie die Redaktion der Tamedia-Zeitungen berichtet. Die Touristen seien zuerst zwei erwachsenen Wölfen begegnet – kurz darauf seien auch Jungtiere aufgetaucht und hätten die Gruppe ein kurzes Stück weit verfolgt, bevor sie wieder verschwanden.

Die Wanderer meldeten den Vorfall der Polizei. Seit er publik wurde, sei die Aufregung im Kanton gross: Man hatte schon lange befürchtet, dass Wölfe auf Touristen treffen.

Beverin-Rudel schon mehrfach aufgefallen

Wie Adrian Arquint gegenüber den Tamedia-Zeitungen sagte, hätten sich die Wanderer richtig verhalten, indem sie laut auf sich aufmerksam gemacht hätten und nicht weggerannt seien. Er will den Vorfall nun genauer untersuchen. Er glaubt aber, dass es sich um Tiere aus dem sogenannten Beverin-Rudel handelt.

Dieses war in letzter Zeit schon mehrfach aufgefallen: Eine Hirtin hatte erst vergangene Woche von zwei Begegnungen mit den Raubtieren am Schamserberg berichtet – ganz in der Nähe der Stelle, wo nun die Wanderer überrascht wurden. Bei einer davon wurde sogar ihr Hirtenhund angegriffen: Die Wölfe liessen erst von ihm ab, als die Hirtin laut zu schreien begann.

Abschussbewilligung beantragt

Adrian Arquint ist nicht gewillt, weitere Zwischenfälle in Kauf zu nehmen, und hat bereits nach den Wolfsbegegnungen der Hirtin beim Bund ein Gesuch um die Abschussbewilligungen für drei Jungtiere und einen männlichen Wolf eingereicht. «Die Probleme haben sich Jahr für Jahr verstärkt», sagt er. Anfangs Jahr hatte das Rudel ein Kalb und einen Esel gerissen – eine Abschussbewilligung wurde damals nicht erteilt.

Das könnte diesmal anders sein. Während das Bundesamt für Umwelt das Gesuch noch prüft, sagt Sara Wehrli von Pro Natura: «Aggressionen gegen Personen oder auch Hunde sind ein No-Go. Von Gesetzes wegen dürfte hier ein Abschuss vertretbar sein.»

Am Montag hatte das Bafu zudem den Regulationsgesuchen der Kantone Wallis und Waadt zugestimmt, die darum ersucht hatten, je zwei Jungwölfe im Marachiruz-Rudel beziehungsweise der Wolfsgruppe im Val d’Hérens abschiessen zu lassen.

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(trx)

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