11.09.2019 08:34

Energy Challenge

Woher kommt unser Strom?

Nur rund ein Viertel der in der Schweiz konsumierten Energie stammt aus inländischer Produktion. Bei der Elektrizität sieht dies anders aus.

von
sts
Erneuerbare Energien spielen bei der Elektrizitätsversorgung der Schweiz eine bedeutende Rolle. So stammen rund 55 Prozent des hierzulande konsumierten Stroms aus Wasserkraft.

Erneuerbare Energien spielen bei der Elektrizitätsversorgung der Schweiz eine bedeutende Rolle. So stammen rund 55 Prozent des hierzulande konsumierten Stroms aus Wasserkraft.

Keystone/Alessandro Della Bella

Aus der Natur wird Energie in Form von Rohöl, Erdgas, Wasserkraft, Uran, Sonnenstrahlung, Wind oder Wärme im Erdinneren gewonnen. Bevor solche Primärenergie an den Endverbraucher geliefert wird, muss sie in Sekundärenergie wie Elektrizität, Treibstoffe, Heizöl oder Fernwärme umgewandelt werden. Dieser Prozess findet beispielsweise in Kraftwerken, Raffinerien oder Fernheizwerken statt.

Die Schweiz verfügt mit Ausnahme von Wasserkraft und Brennholz über geringe klassische Energievorkommen. Nur ein knappes Viertel der in der Schweiz verbrauchten Energie stammt deswegen aus heimischer Produktion. Am häufigsten importiert werden Rohöl und Rohölprodukte. 2018 wurden gemäss dem Bundesamt für Statistik rund 9500 Tonnen Rohöl und Erdölprodukte, 141'000 Tonnen Kohle und 120'000 Terajoule Gas eingeführt. Letztes Jahr exportierte die Schweiz über 1500 Gigawattstunden Elektrizität, während 2017 gut 5500 Gigawattstunden Strom importiert worden waren.

Grossteil der Elektrizität stammt aus Wasserkraft

Im gesamtschweizerischen Durchschnitt kostet eine Kilowattstunde Strom aktuell 20.5 Rappen und Privathaushalte geben pro Jahr über 900 Franken für Elektrizität aus. 2018 waren es 918 Franken gewesen und Hochrechnungen ergeben für 2019 durchschnittliche Stromkosten von 923 Franken pro Haushalt. Gut 55 Prozent der in der Schweiz verbrauchten Elektrizität stammt aus Wasserkraftwerken, 36 Prozent aus Kernkraftwerken, knapp fünf Prozent aus thermischen Kraft- sowie Fernkraftwerken und vier Prozent sind auf erneuerbare Energiequellen wie Photovoltaikanlagen, Biogas oder Windkraftanlagen zurückzuführen.

Da an Schweizer Steckdosen aber nicht nur Strom aus Schweizer Produktion geliefert wird und laut dem Bundesamt für Energie «ein reger Handel mit dem Ausland herrscht», stimmt der Schweizer Produktionsmix nicht mit der durchschnittlichen Zusammensetzung des gelieferten Stroms – dem sogenannten Schweizer Liefermix – überein. Um über den Liefermix jedes Stromversorgers Transparenz zu schaffen, sind Schweizer Stromversorgungsunternehmen seit 2005 gesetzlich verpflichtet, Herkunft und Zusammensetzung des gelieferten Stroms offenzulegen. Die Deklaration erfolgt jeweils rückwirkend und die Angaben beziehen sich auf das vorangegangene Kalenderjahr. Auf Stromimporte ist die Schweiz vor allem im Winterhalbjahr angewiesen.

Potenzial der Solarenergie wird bei weitem nicht ausgeschöpft

Eine Möglichkeit, die inländische Stromproduktion zu erhöhen, wäre die vermehrte Nutzung der Kraft der Sonne. Der Himmelskörper ist eine unerschöpfliche Energiequelle und Solarenergie – wie alle erneuerbaren Energieformen – deutlich umwelt- und klimaschonender als fossile Brennstoffe. Solarenergie macht heute bloss gut zwei Prozent der Elektrizitätsproduktion in der Schweiz aus. Die jährliche Sonneneinstrahlung variiert hierzulande je nach Standort zwischen 1050 und 1550 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Das heisst, auf die gesamte Fläche der Schweiz mit ihren 41'285 Quadratkilometern trifft etwa 200-mal mehr Sonneneinstrahlung als im gesamten Land Energie verbraucht wird. Einige sehr sonnige Standorte wie Sion (VS) oder Samedan (GR) sind punkto Einstrahlung sogar mit der italienischen Toskana oder der französischen Provence vergleichbar.

Die heutige Verbreitung der Photovoltaik hängt allerdings nur bedingt von der jeweiligen Intensität der Sonneneinstrahlung ab. Zu den Ländern mit der stärksten Nutzung in Europa gehören sowohl südliche Länder wie Griechenland und Italien als auch Deutschland, Belgien oder die Tschechische Republik. Das Bundesamt für Energie schätzt das Produktionspotenzial auf Schweizer Dächern und Fassaden auf 67 Terawattstunden pro Jahr. Dies bedeutet, dass eine 40-mal höhere Solarstromproduktion als heute möglich wäre.

Energy Challenge 2019

Die Energy Challenge ist eine nationale Aktion von Schweizer Unternehmen mit Unterstützung von EnergieSchweiz. Ihr Ziel ist, Energie erlebbar zu machen und die Bevölkerung auf spielerische Weise zum Energiesparen anzuregen. 20 Minuten als Medienpartner beleuchtet die Themen Energieeffizienz und erneuerbare Energien mit Hintergrundberichten, Interviews sowie praktischen Tipps rund um Mobilität, Ernährung, Elektrogeräte, Reisen und energetisches Sanieren. Alle Informationen zur Energy Challenge 2019 und Wettbewerbe mit Preisen im Wert von insgesamt 200'000 Franken gibt es auf der offiziellen App für Android und iOS.

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