Spreitenbach: Wohn-Hochhaus wird neues Kino-Center krönen
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SpreitenbachWohn-Hochhaus wird neues Kino-Center krönen

Das geplante Pathé-Kino-Center in Spreitenbach AG wird man von Weitem sehen – dank einem Hochhaus mit «zahlbaren Mietwohnungen». Nun ist das Baugesuch eingereicht.

von
rom
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Der Bauboom in der Agglo nimmt kein Ende: Noch ist das Gebiet Sandäcker gegenüber Ikea in Spreitenbach AG eine Wiese.

Der Bauboom in der Agglo nimmt kein Ende: Noch ist das Gebiet Sandäcker gegenüber Ikea in Spreitenbach AG eine Wiese.

wed
Künftig wird hier ein Pathé-Kino-Center mit 10 Sälen, darunter einem Imax, stehen.

Künftig wird hier ein Pathé-Kino-Center mit 10 Sälen, darunter einem Imax, stehen.

Mettler 2 Invest
Zur Überbauung gehören rund 200 Mietwohnungen mit idyllischen Innenhöfen.

Zur Überbauung gehören rund 200 Mietwohnungen mit idyllischen Innenhöfen.

Mettler 2 Invest

Bis zu 50 Meter hohe Bauprofile gegenüber der Ikea-Filiale in Spreitenbach kündigen es seit ein paar Tagen an: Im Gebiet mit dem unauffälligen Flurnamen Sandäcker hat die Investmentfirma Mettler2Invest AG Grosses vor. Das Baugesuch ist eingereicht und wird demnächst publiziert.

Auf dem Acker soll bis im Sommer 2018 ein kleines Quartier entstehen, entworfen von Holzer Kobler Architekturen: Zehn Kinosäle – davon ein grosses Imax-Kino, das zum Stadtsaal umfunktioniert werden kann, Restaurants, Läden und 200 Mietwohnungen, verteilt auf mehrere Gebäude.

«Geschickt angeordnet»

Geplant sind Wohnungen für Familien in den Gebäuden rund um die ruhigen Innenhöfe – im Hochhaus hingegen sollen eher ältere Leute oder auch kinderlose, gut verdienende Paare wohnen. Wie viel die Wohnungsmieten betragen werden, kann Tino Margadant, Projektleiter bei Mettler2Invest AG, noch nicht sagen, nur so viel: «Es wird bezahlbar sein.»

Dies erreiche man unter anderem dank nicht zu grossen Grundrissen: Eine 4,5-Zimmer-Wohnung beispielsweise misst zwischen 95 und 110 Quadratmetern. Das ist nicht allzu grossflächig. «Dafür werden die Zimmer geschickt angeordnet sein und die Wohnung grösser wirken lassen», sagt Margadant.

Zu Fuss ins Tivoli

Dass in den Nachbargemeinden Schlieren und Dietikon oder auch im Glatttal momentan ebenfalls Hunderte neuer Mietwohnungen entstehen und eine Übersättigung des Marktes droht, glaubt Margadant nicht: «Wir haben wie immer eine detaillierte Markt- und Standortanalyse vorgenommen.»

Zudem sei ihr Projekt etwas Besonderes: «Wer hier wohnen wird, kann in der selben Überbauung ins Kino oder was Essen gehen, hat hoffentlich bald die Limmattalbahn vor der Tür und ist zu Fuss in wenigen Minuten im grössten Einkaufszentrum der Schweiz.» Und schliesslich werde man oberirdisch kein Auto sehen – alle 450 Parkplätze sollen in den Untergrund.

Kein Ärger mit dem VCS

Überhaupt die Parkplätze: Da man unter der magischen Zahl von 500 bleibt, wird man es nicht mit dem Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) zu tun bekommen. Dieser blockiert derzeit mit einer Einsprache ein anderes Projekt in Spreitenbach, gleich neben dem Kino-Center: Den Tivoli-Garten, wo die Migros einen Baumarkt und rund 450 Mietwohnungen in zwei Hochhäusern plant.

Margadant hofft zwar, dass dieses Projekt ebenfalls verwirklicht werden kann: «Es würde den Standort zusätzlich aufwerten – allerdings wäre es für uns nicht optimal, wenn diese Wohnungen wegen der VCS-Verzögerung am Ende zur selben Zeit auf den Markt kommen wie die unsrigen.» Im besten Fall findet die Eröffnung der Kinos und der Bezug der Wohnungen im Sommer 2018 statt.

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