Immobilienmarkt: Wohneigentumspreise klettern weiter – auch Mieten werden steigen

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ImmobilienmarktWohneigentumspreise klettern weiter – auch Mieten werden steigen

Trotz erhöhter Zinsen steigen die Preise für Eigenheime weiter an. Durch die Wohnungsknappheit werden auch die Mieten anziehen, der Wohnungsbau steht vor Herausforderungen.

von
Dominik Fischer
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Einfamilienhäuser und Stockwerkeigentum sind im zweiten Quartal 2022 erneut teurer geworden. 

Einfamilienhäuser und Stockwerkeigentum sind im zweiten Quartal 2022 erneut teurer geworden. 

20min/Marco Zangger
Die Nachfrage nach Mietwohnungen steigt immer weiter. «Deutlich anziehende Angebotsmieten sind somit nur noch eine Frage der Zeit», warnt der Chefökonom von Raiffeisen Schweiz, Martin Neff.

Die Nachfrage nach Mietwohnungen steigt immer weiter. «Deutlich anziehende Angebotsmieten sind somit nur noch eine Frage der Zeit», warnt der Chefökonom von Raiffeisen Schweiz, Martin Neff.

20min/Simon Glauser
Doch obwohl die Nachfrage steigt, hat sich die Wohnungsproduktion bislang nicht erhöht. 

Doch obwohl die Nachfrage steigt, hat sich die Wohnungsproduktion bislang nicht erhöht. 

REUTERS

Darum gehts

  • Sowohl die Mietpreise als auch die Kaufpreise für Wohnungen und Häuser steigen weiter an. 

  • Die Wohnungsknappheit wird sich in Zukunft weiter verschärfen.

  • «Die noch vorhandenen Leerstandreserven werden bald erschöpft sein», warnt Martin Neff von der Raiffeisen. 

Trotz der Erhöhung des Leitzinses im Juni steigen die Hypothekenpreise in der Schweiz weiter an: «Der Schweizer Eigenheimmarkt zeigt sich völlig unbeeindruckt von der Zinswende», schreibt die Raiffeisen in einer am Donnerstag veröffentlichten Immobilienstudie. So hätten sich Einfamilienhäuser im zweiten Quartal 2022 um 1,3 Prozent verteuert, die Preise für Stockwerkeigentum seien gar um 3,5 Prozent teurer geworden.

So wenig Mietwohnungen wie seit 10 Jahren nicht mehr

Auch auf dem Mietwohnungsmarkt werden die Preise aufgrund der sich verschärfenden Wohnungsknappheit weiter anziehen. «Obwohl die Nachfrage auch künftig das Wohnungsangebot übersteigt, reagiert die Immobilienbranche bisher nicht mit einer höheren Wohnungsproduktion», konstatiert die Raiffeisen. Derzeit gibt es so wenig freie Wohnungen wie zuletzt vor zehn Jahren, stellt die Raiffeisen in der Studie fest.

Wohnst du zur Miete oder im Wohneigentum?

Martin Neff, der Chefökonom von Raiffeisen Schweiz, warnt: «Die noch vorhandenen Leerstandreserven werden bald erschöpft sein. Denn die Nachfrage durch Zuwanderung, Individualisierung und demografische Alterung steigt weiter, während gleichzeitig immer weniger neue Wohnungen gebaut werden. Deutlich anziehende Angebotsmieten sind somit nur noch eine Frage der Zeit und das Thema wird auf der politischen Agenda nach oben rücken.»

Es fehlen die Anreize für Wohnungsbau

Das Problem: Solange die Mieten nicht kräftig ansteigen, fehlen im aktuellen Marktumfeld die Anreize für die Ausweitung des Wohnungsbaus. Der Wohnungsbau hat dabei mit einigen Hürden zu kämpfen: So lebten immer mehr Menschen in der Schweiz und der Flächenverbrauch pro Person steige unvermindert an, schreibt die Raiffeisen. Deshalb müsse dichter gebaut werden, doch: «Der raumplanerisch geforderten schnelleren Verdichtung stehen hohe Hürden im Weg», so Neff. 

So erhöhe eine «sehr liberale Einsprachepraxis» den Planungsaufwand für Projekte. Unter anderem deshalb hat sich die durchschnittliche Dauer vom eingereichten Baugesuch bis zur erteilten Baubewilligung von Gebäuden mit mehr als drei Wohnungen in den letzten 20 Jahren von 92 Tagen auf 150 Tage deutlich erhöht.

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