Bewohner haben Angst: Wohnhaus brannte zum dritten Mal
Aktualisiert

Bewohner haben AngstWohnhaus brannte zum dritten Mal

Die Bewohner an der Lyss-Strasse 97 in Nidau haben Angst: Montagnacht brach zum dritten Mal innert weniger Monate ein Feuer in ihrem Mehrfamilienhaus aus. Für die Bewohner ist klar, ein Brandstifter geht um.

von
Alessandro Meocci
Nidau

Die Nacht auf gestern wird die Familie Yahyaoui so schnell nicht vergessen: Gegen ein Uhr wurden sie in ihrer Wohnung in Nidau vom Brandmelder im Treppenhaus aus dem Schlaf gerissen. «Ich habe sofort meine beiden 5- und 8-jährigen Kinder aus dem Bett geholt und wir sind im Pyjama ins Freie geflüchtet», erzählt die Mutter. Der Rauch im Treppenhaus sei so dicht gewesen, man habe keinen Meter weit gesehen.

Die angerückte Feuerwehr entschied aufgrund des dichten Rauchs, alle Wohnungen zu durchsuchen und brach einige Türen auf. Zum Glück, wie Feuerwehrkommandant Kurt Schwab sagt: «In einigen Wohnungen haben die Bewohner noch geschlafen und nichts vom Feuer mitbekommen.»

Wie Mieter Mustafa Deniz erzählt, «waren die Leute panisch und standen unter Schock.» Kein Wunder: Der aktuelle Brand ist schon das dritte Feuer, welches im Keller der 27 Wohnungen umfassenden Liegenschaft ausgebrochen ist. Bereits Ende Mai und Anfang September musste die Feuerwehr an die Lyss-Strasse 97 ausrücken.

Erstes Feuer war Brandstiftung, zweites blieb ungeklärt

Die Hausbewohner sind sich sicher - ein Feuerteufel hat es auf sie abgesehen. Ein Polizist vor Ort bestätigt: «Das erste Feuer wurde absichtlich gelegt, beim zweiten Mal konnte die Ursache nicht restlos geklärt werden.» Stutzig hat die Behörden nun gemacht, dass die Brandmelder losgingen und auch der Alarm im Haus ausgelöst wurde, es aber in der regionalen Einsatzzentrale stumm blieb. Die Feuerwehr wurde durch die ersten geflüchteten Bewohner alarmiert.

17 Personen, darunter vier Kinder mussten nach dem erneuten Brandanschlag mit Verdacht auf Rauchvergiftung in die umliegenden Spitäler gebracht werden, die restlichen evakuierten Bewohner gingen zu Bekannten oder wurden in der Zivilschutzunterkunft einquartiert. Bis die Liegenschaft renoviert ist, bleibt sie unbewohnbar. Im Verlaufe des Dienstags konnten die Mieter noch das Nötigste holen. Bis sie zurück in ihr Zuhause dürfen, könnte es noch lange dauern. Doch für Yahyaouis ist klar: «In dieses Haus wollen wir nicht zurück», sagt die Mutter, «wir haben Angst.»

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