28.03.2019 03:50

Herisau

Wohnquartier verzweifelt wegen Kinderstreichen

Seit rund drei Monaten bringen Primarschüler mit ihren Streichen die Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Herisau auf die Palme.

von
mwa
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Hier sieht man den Pfahl des Vordachs, der regelmässig eingetreten wird.

Hier sieht man den Pfahl des Vordachs, der regelmässig eingetreten wird.

Tamara Helg/ Rebecca Bottling
Die neuen Scheiben auf der Baustelle wurden mit Steinen eingeschlagen.

Die neuen Scheiben auf der Baustelle wurden mit Steinen eingeschlagen.

Tamara Helg/ Rebecca Bottling
Auch die alten Scheiben wurden kaputt gemacht.

Auch die alten Scheiben wurden kaputt gemacht.

Tamara Helg/ Rebecca Bottling

Lange unternahmen Tamara Helg (26), Rebecca Bottling (29) und weitere Bewohner der Schwellbrunnerstrasse in Herisau nichts gegen die Kinderstreiche, die ihnen täglich gespielt werden. Eine der Frauen klagt nun aber in einem Social-Media-Beitrag darüber. Erwähnt wird, dass eine Gruppe Primarschüler regelmässig den Stützpfeiler ihres Vordachs schräg treten würde. Doch es komme auch zu Steinwürfen, Beschädigungen von Autos und Klingelstreichen.

«Immer wieder können wir aus dem Fenster beobachten, wie die Schüler mit ihrem Schulranzen extra so nahe an den parkierten Autos vorbeigehen, dass es Kratzer an den Fahrzeugseiten gibt», sagt Helg. Ausserdem seien ihr in den letzten Wochen immer wieder Steine in den Briefkasten gelegt worden. Doch der Ärger geht noch weiter: «Auf der Baustelle nebenan werfen die Kinder immer wieder Steine gegen die Scheiben, die neu eingebaut werden sollen», so Helg. «Sie nehmen dann die Scherben und verteilen diese überall. Ich mache mir vor allem Sorgen, dass so der Pneu meines Autos irgendwann kaputt geht», führt Bottling weiter aus.

Für die Schüler bisher keine Konsequenzen

Bislang konnten die beiden Frauen die Primarschüler noch nicht zur Rede stellen: «Da wir im dritten Stock wohnen, reicht uns die Zeit nicht, um runter zu rennen. Die Kinder sind dann immer schon weg», so Helg. Nur einmal rief sie aus dem Fenster «Gohts eigentlich no?». Die Antwort von einem der Schüler war simpel: «Jo, wieso?» Auch Bottling habe mehrmals das Gespräch mit den Kindern gesucht, als Antwort sei aber jeweils nur «ein freches Lachen» zurück gekommen.

Ihren Aussagen zufolge haben auch Helg und Bottling als Kinder Streiche gespielt. Deshalb zeigen sie ein gewisses Verständnis und wollen nicht gleich die Polizei einschalten. Zuerst solle das Gespräch gesucht werden. Auch will Helg durch ihren Social-Media-Beitrag die Eltern der Kinder ausfindig machen. «Bei Gelegenheit möchte ich das Problem mit ihnen besprechen», sagt auch Bottling.

Polizei rät zu einer Meldung bei Schule

Bei der Polizei sind die Vorfälle bislang nicht bekannt. Anton Sonderegger, Polizeisprecher der Ausserrhoder Kantonspolizei, rät, die betreffende Schule, hier vermutlich das Schulhaus Ifang, über die Vorfälle zu informieren. Sonderegger: «Die Sache würde dann im Unterricht thematisiert.»

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