Tiefe Hypozinsen: Wohnungsbesitzern fehlt Geld für Sanierungen
Aktualisiert

Tiefe HypozinsenWohnungsbesitzern fehlt Geld für Sanierungen

Nicht bloss eine Immobilienblase droht. Experten warnen, dass in der Schweiz zu wenig Geld für Sanierungen zurückgestellt wird.

von
Philipp Dreyer
Besitzer von Eigentumswohnungen legen zu wenig Geld zurück.

Besitzer von Eigentumswohnungen legen zu wenig Geld zurück.

Die Hypozinsen sind so tief wie nie. Immer mehr Leute erwerben Eigentumswohnungen. Doch: Kaum jemand denke and die später nötige Sanierung, warnt Hans Bättig, Sekretär des HEV Kanton Bern. Genau eine solche könne aber diverse Stockwerkeigentümer in dramatische Geldnot bringen – selbst wenn sie die später allenfalls wieder steigenden Hypozinsen verkrafteten. «Fehlt ein Erneuerungsfonds, muss das Geld für die nötigen Sanierungen auf einen Schlag aufgetrieben werden», sagt Bättig. Weil das oft schwierig sei, müssten die Eigentümergemeinschaften häufig in Etappen sanieren. «Das kann die Kosten zusätzlich in die Höhe treiben.» Die Folge: Trotz sorgfältiger Tragbarkeitsrechnung bei der Hypothekenvergabe drohe etlichen der über 900 000 Wohnungsbesitzer hierzulande Finanznot.

Fatal: Während der Bund jetzt bei der Hypothekenvergabe eingreifen will, gilt für Gemeinschaften von Stockwerkeigentümern weiter keine gesetzliche Verpflichtung für einen Erneuerungsfonds. Diverse Wohnungsbesitzer tun sich laut Lorenz Heim vom Vermögenszentrum VZ aber schwer, jedes Jahr Geld in den Sanierungsfonds einzuzahlen: «Man gibt Geld aus der Hand, ohne zu wissen, ob und wann es benötigt wird.» Oft belaste der Erneuerungsfonds zusätzlich das bereits angespannte Budget von jungen Familien, ergänzt eine ZKB-Sprecherin. So verzichtet etwa bereits ein Fünftel der Wohnungsbesitzer in der Agglomeration Luzern ganz auf einen Erneuerungsfonds.

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