Basel: Wohnungsnot hat sich weiter verschärft
Aktualisiert

BaselWohnungsnot hat sich weiter verschärft

Die Zahl der leeren Wohnungen ist um ein Drittel gesunken. Doch während die Regierung die Stadt auf dem richtigen Weg sieht, schlägt der Mieterverband Alarm.

von
Jonas Hoskyn
In Basel gibts immer weniger freie Wohnungen.

In Basel gibts immer weniger freie Wohnungen.

Gerade 522 Wohnungen waren am Stichtag 1. Juni in Basel frei. Seit drei Jahren nimmt die Zahl der freien Wohnungen ­rapide ab. Grund: In den letzten Jahren wuchs die Bevölkerungszahl jeweils um rund tuasend Neuzuzüger – grösstenteils aus Deutschland. Gleichzeitig konnten jährlich nur 200 neue Wohnungen realisiert werden: «Wir brauchen ganz klar ein grösseres Angebot», so Thomas Kessler, Leiter Kantons- und Stadtentwicklung. «Stadtwohnen ist wieder in.» So stehen erstmals seit 1994 im Baselbiet wieder mehr Wohnungen frei als in Basel-Stadt. Trotzdem hält Kessler fest: «Es gibt immer noch genügend Wohnungen.» Und auch die Mietzinse würden sich moderat entwickeln.

Anderer Meinung ist der Mieterverband: «Der Regierungsrat verharmlost die alarmierende Situation», so Patrizia Bernasconi vom Mieterinnen- und Mieterverband Basel. «Wir stehen fünf Jahre vor der Situation in Zürich, wo zahlbarer Wohnraum kaum mehr zu finden ist.» Nun müsse der Kanton aktiv werden.

Tatsächlich überlegt sich die Regierung, wie sie mehr Wohnungen schaffen kann. Eine Variante wäre laut Kessler, leer­stehende Büros umzubauen. Denn davon gibt es bereits jetzt mehr als genug. Und wegen der Konzentration beim ­Roche-Turm und auf dem Novartis-Campus wird noch mehr Platz frei.

Deine Meinung