Wohnungsnot: Mut zu Neubauten gefordert
Aktualisiert

Wohnungsnot: Mut zu Neubauten gefordert

Basels Bevölkerung schrumpft: Ein LDP-Grossrat übt deshalb Kritik an der Wohnbaupolitik.

Laut dem Bundesamt für Statistik wird die Bevölkerung in Basel-Stadt trotz Zuwanderung bis im Jahr 2030 um

6,5 Prozent abnehmen. Damit werden dem Kanton 12000 Einwohner fehlen. «Das macht mir Sorgen», erklärte gestern der LDP-Grossrat und Architekt Peter Zinkernagel. In einer Studie kommt er zum Schluss, es gebe zu wenig grosse und moderne Wohnungen. Hier setzt zwar das Projekt Logis Bâle an, welches bis im Jahr 2010 total 5000 Wohnungen schaffen will. «Dieses Ziel wird die Regierung aber deutlich verfehlen», meint Zinkernagel. Er rechnet mit lediglich 3000 bis 3500 neuen Wohnungen. «Bei einem ähnlichen Programm in Zürich sind pro Jahr durchschnittlich 1150 Wohnungen entstanden», betont Zinkernagel.

«Das kann man nicht vergleichen», wehrt sich Isaac Reber, Leiter der Geschäftsstelle Logis Bâle. In Zürich sei etwa die Zonenplanrevision bereits abgeschlossen gewesen. Er rechnet bei Abschluss des Projekts mit über 4000 Wohnungen. Einig sind sich er und Zinkernagel dagegen, dass es entsprechende Rahmenbedingungen und politische Unterstützung braucht. Zinkernagel schlägt deshalb zehn Massnahmen vor: So müsse man unter anderem ein Gesamtkonzept zur Nutzung städtischer Entwicklungsgebiete erarbeiten und mehr Mut zum Rück- und Neubau beweisen.

Sabine Knosala

Deine Meinung