Aktualisiert 28.07.2016 13:40

BernWohnungsnot trotz mehr leeren Wohnungen

In der Stadt Bern stehen 0,46 Prozent der Wohnungen leer – 2015 waren es noch 0,41 Prozent gewesen. Die Wohnungsnot beeinflusst dies allerdings kaum.

Am wenigsten leere Wohnungen gibt es im Stadtteil Innere Stadt: Hier sind nur gerade 21 Wohnungen unbewohnt.

Am wenigsten leere Wohnungen gibt es im Stadtteil Innere Stadt: Hier sind nur gerade 21 Wohnungen unbewohnt.

Keystone/Peter Klaunzer

348 Wohnungen stehen in der Stadt Bern zurzeit leer. Vor einem Jahr waren es noch 314 gewesen, also 34 Leerwohnungen weniger. Die Leerwohnungsziffer beträgt 0,46 Prozent, wie Statistik Stadt Bern mitteilt. Ein Jahr zuvor hatte die Leerwohnungsziffer noch 0,41 Prozent betragen.

Der leichte Anstieg ist auf den grösser werdenden Gesamtbestand zurückzuführen. So zählt Statistik Stadt Bern aktuell einen Gesamtbestand von 76'234 Wohnungen – per 1. Juni 2015 waren es 271 Wohnungen weniger.

«Grenze für Wohnungsnot ist 1 Prozent»

Von einer Entspannung auf dem Wohnungsmarkt könne trotz der zusätzlichen leeren Wohnungen keine Rede sein, sagt Christine Gross vom Stadtplanungsamt der Stadt Bern auf Anfrage. Eine Zunahme von 34 leeren Wohnungen sei beim Wohnungsbestand der Stadt Bern «nicht spürbar».

Wie Gross weiter ausführt, wird in der Fachliteratur und der Rechtsprechung oftmals eine Leerwohnungsziffer zwischen 1,5 bis 2 Prozent als Grenze zur Wohnungsnot betrachtet. «Oft wird auch als Faustregel von einer Grenze von 1 Prozent für Wohnungsnot ausgegangen.»

Innere Stadt hat am meisten leere Wohnungen

Am meisten leere Wohnungen sind zurzeit in den Stadtteilen Bümpliz-Oberbottigen und Mattenhof-Weissenbühl mit je 75 zu verzeichnen. Mit 70 leer stehenden Wohnungen folgt der Stadtteil Breitenrain-Lorraine.

Am wenigsten Leerwohnungen befinden sich in den Stadtteilen Länggasse-Felsenau mit 56 Wohnungen und Kirchenfeld-Schosshalde mit 51 Wohnungen. Im Stadtteil Innere Stadt stehen gar nur 21 Wohnungen leer.

In relativen Zahlen sind im Stadtteil Innere Stadt am meisten Wohnungen verfügbar. Die Leerwohnungsziffer beträgt dort 0,73 Prozent. Gefolgt von Länggasse-Felsenau und Breitenrain-Lorraine mit Leerwohnungsziffern von 0,51 Prozent und 0,47 Prozent. Am kleinsten ist die Leerwohnungsziffer im Stadtteil Kirchenfeld-Schosshalde mit 0,37 Prozent.

Gesamtfläche an Arbeitsräumen steigt

Entspannter ist die Lage auf dem Markt für Arbeitsräume. So waren auf den Stichtag 1. Juni 2016 Arbeitsräume mit rund 130'000 Quadratmeter Gesamtfläche leer. Das sind gut 10'000 Quadratmeter mehr als im Vorjahr und ist mehr als doppelt so viel wie am 1. Juni 2014.

Der Grossteil der Fläche lässt sich allerdings auf wenige Objekte zurückführen. So hat die Anzahl der leer stehenden Arbeitsräume seit 2014 kaum zugenommen. Im Vergleich mit 2015 stehen sogar 21 Arbeitsräume weniger leer. Per 1. Juni 2016 standen insgesamt 182 Arbeitsräume leer. (sda)

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