Leerwohnungen: Wohnungsnot verschärft sich
Aktualisiert

LeerwohnungenWohnungsnot verschärft sich

Erneut ist die Zahl der leer stehenden Wohnungen in der Schweiz zurückgegangen. Am vergangenen 1. Juni waren rund 0,9 Prozent aller Wohnungen frei. Dies sind über sechs Prozent weniger als am Stichtag des Vorjahres. Der Mieterverband fordert eine gezielte Wohnbauförderung.

Insgesamt wurden am Stichtag 2009 34 760 Wohnungen als leer stehend gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr standen damit 2360 Wohnungen weniger leer, was einem Rückgang von über sechs Prozent entspricht, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) schreibt.

Unter den Grossregionen verzeichneten einzig Zürich und Tessin eine Zunahme der leer stehenden Wohnungen und der Leerwohnungsziffer. Während sich die Leerstände in 18 Kantonen reduzierten, nahmen sie gerade mal in acht Kantonen zu. Über weiterhin am wenigsten leer stehende Wohnungen im Verhältnis zum Wohnungsbestand verfügt der Kanton Genf mit 0,22 Prozent. Die höchsten kantonalen Leerwohnungsziffern meldeten die Kantone Jura und Glarus mit je 1,89 Prozent.

Den grössten Anteil der leer stehenden Wohnungen machten Mietwohnungen aus. Am vergangenen 1. Juni waren in der Schweiz 26 340 Mietwohnungen unbewohnt. Damit sank der Leerwohnungsbestand im Vergleich zum Vorjahr um 1800 Einheiten oder mehr als sechs Prozent. Ebenfalls um mehr als sechs Prozent ging die Zahl der leer stehenden zum Verkauf ausgeschriebenen Wohnungen zurück. Am Stichtag wurden 8420 unbewohnte zum Verkauf ausgeschriebene Wohnungen gezählt, 560 Wohnungen weniger als im Vorjahr. Aber auch die Zahl der leer stehenden Einfamilienhäuser und Neuwohnungen ging zurück. Mitte Jahr wurden in der Schweiz 4730 leer stehende Einfamilienhäuser gezählt. Das sind rund 90 Einfamilienhäuser oder knapp zwei Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahl der unbewohnten Neuwohnungen sank innert Jahresfrist um 110 Einheiten oder mehr als zwei Prozent. Insgesamt standen am Stichtag 4470 Neuwohnungen leer.

Ein Blick auf die Wohnungsgrössen zeigt, dass das Angebot einzig bei Wohnungen mit sechs oder mehr Zimmern zugenommen hat. Insgesamt standen 2170 Wohnungen dieser Kategorie leer, knapp vier Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der freien Wohnungen mit weniger als sechs Zimmern sank hingegen um fünf bis acht Prozent. Die meisten leer stehenden Wohnungen wurden in der Kategorie der Vier-Zimmerwohnungen mit 10 760 Einheiten sowie der Drei-Zimmerwohnungen mit 10 090 Einheiten gezählt.

Der Schweizerische Mieterinnen- und Mieterverband der Deutschschweiz forderte Bund, Kantone und Gemeinden zum Handeln auf. Die Wohnungsnot müsse aktiver bekämpft werden, teilte er mit. So treibe das knappe Angebot an Mietwohnungen die Preise in die Höhe. Diese Entwicklung sei auch eine Folge der politischen Passivität. Doch der Markt alleine richte es nicht. Es brauche die gezielte Unterstützung für den Bau und den Erhalt von preisgünstigem Wohnraum. (dapd)

Deine Meinung