DNS-Spuren  - Wolf aus Italien reisst Geiss in Appenzell
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DNS-Spuren Wolf aus Italien reisst Geiss in Appenzell

Diesen Frühling wurde im Kanton Appenzell Innerrhoden eine Geiss durch einen Wolf getötet. Die Genanalyse ergab, dass der Wolf aus Italien stammt.

von
Jeremias Büchel
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Ein aus Italien stammender Wolf hat im Kanton Appenzell Innerrhoden eine Geiss und eventuell eine Hirschkuh gerissen.   (Symbolbild)

Ein aus Italien stammender Wolf hat im Kanton Appenzell Innerrhoden eine Geiss und eventuell eine Hirschkuh gerissen. (Symbolbild)

LAB
Vom Tessin nach Appenzell sind es Luftlinie über 120 Kilometer. 

Vom Tessin nach Appenzell sind es Luftlinie über 120 Kilometer.

Ratskanzlei AI
Wölfe können problemlos lange Distanzen in kurzer Zeit zurücklegen (Symbolbild). 

Wölfe können problemlos lange Distanzen in kurzer Zeit zurücklegen (Symbolbild).

Boris Roessler/dpa

Darum gehts

  • Ein aus Italien stammender Wolf hat kürzlich in Appenzell mindestens ein Tier gerissen.

  • DNS-Spuren ergaben, dass es sich um Wolf M169 handelt.

  • Dass Wölfe weite Strecken zurücklegen, ist nicht ungewöhnlich.

Am 5. März 2021 wurde im Kanton Appenzell Innerrhoden eine Geiss durch einen Wolf gerissen. Das teilte die Ratskanzlei am Freitag mit. Eine Laboranalyse stellte nun fest, dass es sich beim Wolf um M169 handelt. Dieser stammt aus Italien und wurde am 20. Februar bereits im Tessin festgestellt. «Der Wolf hat im Maggiatal am 20. Februar 2021 nachweislich eine Hirschkuh gerissen», sagt Ueli Nef, Jagd- und Fischereiverwalter im Kanton Appenzell Innerrhoden.
In Innerrhoden könnte M169 für einen weiteren Riss verantwortlich sein: «Es besteht der Verdacht, dass eine Hirschkuh im Gebiet Sonnenhalb ebenfalls vom Wolf M169 gerissen wurde, die Bestätigung durch das Labor steht jedoch noch aus.»

Wölfe legen grosse Distanzen in kurzer Zeit zurück

«Das Verhalten von M169 ist im erwartbaren und normalen Bereich für Wölfe. Auch das Zurücklegen von grossen Distanzen ist absolut normal», sagt Nef. «Dass Wölfe Hirsche reissen, ist völlig normal, sie nehmen damit ihren Platz im Ökosystem ein». Die Jagdverwaltung beobachtet das Verhalten von M169 und wird bei Ereignissen die Öffentlichkeit informieren.» Inwiefern sich die Wolfsanwesenheit auf die Entwicklung der Rotwild-Bestände abzeichnen wird, kann laut Medienmitteilung noch nicht gesagt werden.

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