Kanton Zürich: Wolf im Zürcher Oberland in Fotofalle getappt
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Kanton ZürichWolf im Zürcher Oberland in Fotofalle getappt

Bei Gossau ist ein Wolf in die Fotofalle eines Jägers getappt. Es ist das zweite Mal, dass ein solches Wildtier im Kanton nachgewiesen wurde. Die Bauern sind besorgt.

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som
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Dieser Wolf wurde am 15. Mai 2018 in Horgen gesichtet.

Dieser Wolf wurde am 15. Mai 2018 in Horgen gesichtet.

Kanton Zürich
Bei Gossau im Zürcher Oberland ist am 26. August 2015 ein Wolf in die Fotofalle eines Jägers getappt. Nun konnte in Andelfingen die Präsenz eines weiteren Wolfes nachgewiesen werden.

Bei Gossau im Zürcher Oberland ist am 26. August 2015 ein Wolf in die Fotofalle eines Jägers getappt. Nun konnte in Andelfingen die Präsenz eines weiteren Wolfes nachgewiesen werden.

Weil vermehrt Wölfe im Kanton Zürich auftauchen, hat die Fischerei- und Jagdverwaltung kürzlich ein Wolfskonzept erarbeitet.

Weil vermehrt Wölfe im Kanton Zürich auftauchen, hat die Fischerei- und Jagdverwaltung kürzlich ein Wolfskonzept erarbeitet.

Keystone/Marco Schmidt

Bei der Fischerei- und Jagdverwaltung waren Ende August mehrere Hinweise von Leuten eingegangen, die einen Wolf gesehen haben wollten. Die Fotoaufnahme des Jägers vom 26. August bestätigt diese Hinweise nun, wie die Zürcher Baudirektion am Donnerstag mitteilte. Der Jäger hatte die Bilder seiner Fotofalle am Mittwoch ausgewertet.

Geschlecht, Herkunft und Alter des Wolfs lassen sich aufgrund der Fotoaufnahmen nicht eruieren. Rissspuren wurden keine entdeckt. Es konnten auch keine DNA-Spuren gesichert werden, wie die Baudirektion schreibt. Es sei gut möglich, dass das Tier sich bereits nicht mehr im Kanton Zürich aufhalte.

Zweiter Wolf im Kanton Zürich

Umherziehende Wölfe können grosse Distanzen überwinden. Ob es sich beim in Gossau gesichteten Wolf um ein Tier des Rudels aus Graubünden handelt, ist unklar. Am Calanda-Massiv im Grenzgebiet zum Kanton St. Gallen lebt seit drei Jahren das erste in der Schweiz entdeckte Rudel. Diese Woche wurde auch die Bildung eines Wolfsrudels im Tessin bekannt.

Im Kanton Zürich ist es das zweite Mal, dass ein Wolf nachgewiesen werden konnte. Im Juni 2014 war in Schlieren ein Tier von einem Zug überfahren worden. Dieses stammte aus dem Rudel am Calanda.

Bauernverband: «Abschuss, sobald Wolf negativ auffällt

Man sei auf die Rückkehr des Wolfes vorbereitet, schreibt die Zürcher Baudirektion. Man fördere diese aber nicht speziell. Wer einem Wolf begegne, solle unbedingt Distanz wahren und sich zurückziehen. Beobachtungen seien der Fischerei- und Jagdverwaltung zu melden.

Wenig erfreut über den neusten Wolf ist Ferdi Hodel, Geschäftsleiter des Zürcher Bauernverbandes: «Wir sind der Meinung, dass Wölfe nicht in ein so dicht besiedeltes Gebiet wie Zürich gehören.» Die Gefahr für Tiere und allenfalls sogar für Menschen sei existent: «Wir werden die Bauern jedenfalls zur Vorsicht anhalten und empfehlen, dass sie ihre Nutztiere noch intensiver überwachen und kontrollieren, schliesslich geht es um den Schutz dieser Tiere.»

Er hofft, dass die Regierung den Wolf zum Abschuss freigibt, sobald der negativ auffallen sollte. Am liebsten wäre es ihm, wenn seine Ausbreitung jetzt schon verhindert würde: «Dazu muss man ihn nicht töten. Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit, den Wolf in Gebiete zu bringen, die ihm den passenden Lebensraum bieten.»

«Panik unangebracht»

Wenig Verständnis für die Aufregung hat derweil David Gerke, Präsident der Gruppe Wolf Schweiz: «Panik ist unangebracht, denn noch ist ja gar nicht klar, ob das Tier überhaupt hier bleibt.» Hinzu komme, dass die Nutztiere im Mittelland primär eingezäunt seien, anders als in den Alpen. «Daher dürfte es kaum zu gerissenen Tieren kommen», so Gerke.

Gewiss sei das Mittelland «halbwegs dicht besiedelt», doch Angst brauche man keine zu haben: «Ein einzelner Wolf kann selbst hier den Menschen gut ausweichen.» Woher das Tier stammt, kann Gerke nur vermuten: «Möglich ist, dass es aus dem Toggenburg kommt, wo zuletzt Wölfe gesichtet wurden und vielleicht ist es ein junges Tier aus dem Calanda-Rudel.» (som/sda)

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