Wolfsrudel auf Jagd: Wolf in St. Gallen – erste Hirschkuh gerissen
Aktualisiert

Wolfsrudel auf JagdWolf in St. Gallen – erste Hirschkuh gerissen

Der Kanton St. Gallen bereitet sich mit einem Programm auf den Wolf vor. Doch dieser ist schon fleissig auf der Jagd.

von
Urs-Peter Zwingli
Ein Wolfsrudel hat vor kurzem in der Nähe des Dörfchens Vättis eine Hirschkuh gerissen.

Ein Wolfsrudel hat vor kurzem in der Nähe des Dörfchens Vättis eine Hirschkuh gerissen.

Seit im letzten Sommer zwei Wölfe an der Grenze zwischen St. Gallen und Graubünden Schafe rissen, haben sich die Behörden vorbereitet. Letzte Woche stellte der Kanton St. Gallen sein «Konzept Wolf» vor – keinen Moment zu früh, denn das mittlerweile achtköpfige Wolfsrudel ist wieder aktiv geworden: Vor kurzem riss es in der Nähe des Dörfchens Vättis eine Hirschkuh. «Aufgrund der Spuren und der DNA-Proben steht fest, dass es sich um die Wölfe handelte», sagt Wildhüter Rolf Wildhaber, der den bis auf die Knochen abgenagten Kadaver untersucht hat. Zwar seien die Tiere auch schon sehr nahe an Vättis herangekommen, doch dies sei dieses Jahr ihre erste belegte Jagdaktivität auf St. Galler Boden.

Über den Winter hatte sich das Rudel auf der Bündner Seite des Calandas Nahrung beschafft: «Im Schnitt rissen sie pro Woche ein Wildtier», sagt der Bündner Wildhüter Claudio Spadin. Sowohl er als auch Wildhaber rechnen damit, dass die Wölfe nun öfter auch auf St. Galler Boden jagen werden. Davon geht auch Markus Hobi aus, Leiter des landwirtschaftlichen Zentrums in Salez, das eine Anlaufstelle für Herdenschutz betreibt: «Im Sommer wird der Wolf wohl auch wieder Nutztiere reissen – das lässt sich bei 50'000 Alptieren im Kanton fast nicht verhindern.» Nebst Schafen könne ein Wolfsrudel ohne Probleme auch ein Rind reissen.

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