Schon wieder: Wolf reisst in Sigriswil acht Schafe
Aktualisiert

Schon wiederWolf reisst in Sigriswil acht Schafe

Auf dem Sigriswiler Grat hat ein Wolf acht Schafe gerissen. Ob es M74 war, ist unklar. Es wurde keine DNA entnommen.

von
ct
1 / 4
Auf diesem Hof erlagen die Tiere den schweren Verletzungen.

Auf diesem Hof erlagen die Tiere den schweren Verletzungen.

Screenshot Tele Bärn
Ein Schaf starb direkt an den Verletzungen, während die anderen zwei Tiere erschossen werden mussten.

Ein Schaf starb direkt an den Verletzungen, während die anderen zwei Tiere erschossen werden mussten.

Screenshot Tele Bärn
Völlig zerrissen; diese grossen Wunden plagten die Tiere.

Völlig zerrissen; diese grossen Wunden plagten die Tiere.

Screenshot Tele Bärn

Am Sigriswiler Grat oberhalb des Thunersees hat ein Wolf vergangene Woche acht Schafe getötet. Dies ist im laufenden Jahr der grösste Wolfsriss im Kanton Bern. Insgesamt verzeichneten die Behörden seit April 2017 neun Vorfälle mit total 26 gerissenen Schafen und Ziegen.

Der jüngste Angriff eines Wolfs geschah am 14. September am Sigriswiler Grat. Die Berner Volkswirtschaftsdirektion (VOL) bestätigte am Dienstag die Aussagen eines Schafhalters aus Unterlangenegg.

«Es waren schreckliche Bilder», sagt Augenzeuge Rudolf Krähenbühl, der zusammen mit Schafhirt Franz Saurer am Tatort war und sich bei der «Berner Zeitung» gemeldet hat. Acht tote Schafe habe der entsetzt Hirt auf dem Sigriswiler Grat gefunden. Krähenbühl fügt an: «Wie viele Tiere müssen noch sterben, bis der Wolf zum Abschuss freigegeben wird?» Auf dem Sigriswiler Grat sömmern rund 450 ­Schafe.

War es wieder M74?

Beim Riss in Sigriswil sei auf die Entnahme von DNA verzichtet worden, weil klare Hinweise auf den Wolf bestünden, erklärte VOL-Sprecher Niklaus Bernhard. Deshalb ist offen, ob es sich um den gleichen Wolf handelt, der im August in Schangnau bei drei Vorfällen insgesamt drei Schafe und zwei Ziegen gerissen hatte.

Gemäss einer Statistik der Volkswirtschaftsdirektion wurde zuletzt am 8. September in Eriz ein Wolfsriss verzeichnet. Damals starb ein Schaf. Noch ausstehend ist die Abklärung eines Vorfalls vom 4. September aus dem selben Ort.

Einem bestimmten Wolf zugeordnet ist bislang nur der erste in der Statistik registrierte Vorfall vom 11. April in Guttannen. Wolf M74 wird dafür verantwortlich gemacht, dort drei Schafe gerissen zu haben. Der Rüde war Anfang Jahr bereits im Diemtigtal im Berner Oberland beobachtet worden. Er stammt aus Italien.

Abschuss nach 25 Rissen innerhalb eines Monats

Ebenfalls bestätigte Risse gibts in Gurzelen, wo ein Wolf auf einer Weide direkt vor der Haustür eines Schafzüchters drei Schafe riss – nur sieben Kilometer vor den Toren Thuns.

Damit ein Wolf zum Abschuss freigegeben wird, müssen gemäss Wolfskonzept Schweiz einem einzelnen Tier 25 Risse pro Monat nachgewiesen werden können.

(ct/sda)

Deine Meinung