Beobachten statt erschiessen - Wolf-Safaris sollen dem Schweizer Tourismus helfen
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Beobachten statt erschiessenWolf-Safaris sollen dem Schweizer Tourismus helfen

Die Idee stösst auf viel Kritik, doch der ehemalige Direktor von Schweiz Tourismus erhält auch Zuspruch für seine Forderung, mehr in den Öko-Tourismus zu investieren.

von
Yasmin Rosner
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Dieser Wolf tappte im vergangenen Winter in eine Fotofalle im Prättigau.  

Dieser Wolf tappte im vergangenen Winter in eine Fotofalle im Prättigau.

Amt für Jagd und Fischerei Graubünden
Mit dem Wolf den Ökotourismus in der Schweiz ankurbeln, lautet der Vorschlag des ehemaligen Direktors von Schweiz Tourismus. 

Mit dem Wolf den Ökotourismus in der Schweiz ankurbeln, lautet der Vorschlag des ehemaligen Direktors von Schweiz Tourismus.

imago images/Martin Wagner
Ein Hirschkalb fiel hier einem Wolf zum Opfer.

Ein Hirschkalb fiel hier einem Wolf zum Opfer.

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Darum gehts

  • Nachhaltige Naturerlebnisse sind gemäss einem Touristiker gefragt wie nie.

  • Das soll es auch vermehrt in der Schweiz geben – dazu könnten zum Beispiel Wolf-Safaris gehören.

  • Die Forderung stösst nicht überall auf Begeisterung.

Statt Wölfe und Bären abzuschiessen, sollten sie touristisch vermarktet werden. Das fordert Jürg Schmid, der ehemalige Direktor von Schweiz Tourismus und heutige Präsident von Graubünden Ferien, wie die «SonntagsZeitung» schreibt.

In der Schweiz gebe es viel zu wenige Angebote, Wildtiere zu beobachten – vor allem im hochpreisigen Segment. Die Schweiz verpasse gerade den grossen Trend des Ökotourismus, schreibt Schmid in einer Studie, die er im Auftrag des Bundesamts für Umwelt verfasst hat. Dabei seien nachhaltige Naturerlebnisse so gefragt wie nie - und sie würden sogar zum Schutz von Tieren und Landschaften beitragen. Als Vorbilder nennt Schmid Ruanda und Botswana, wo teure Safari-Angebote dazu beigetragen haben, wilde Tiere vor dem Aussterben zu schützen.

Um den Tourismus weiterzuentwickeln, müsse die Schweiz dringend ihre Natur besser schützen, fordert Schmid. In der Branche sorgen Schmids provokante Forderungen für Aufruhr. Tourismusvertreter aus mehreren Regionen sagen, Schmid unterschlage, dass es schon vielerorts gute Angebote für naturnahe Reisende gebe. Kritisch äussern sie sich auch gegenüber Safaritouren, da diese im engen Schweizer Alpenraum die Ruhe der Wildtiere unnötig störten. Schmid erhält jedoch auch Unterstützung, vor allem aus Graubünden. So sagt Andreas Züllig, Präsident von HotellerieSuisse und Hotelier auf der Lenzerheide: «Wir sollten unsere Landschaft besser vermarkten, mit geführten Touren, Packages und Rangers wie in den US-Nationalparks.»

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